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EU_PUBLIC_AFFAIRS07 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 795 Wörter · 54 Quellen

Irlands EU-Haushalt: 141 Mrd. EUR weniger

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Geschrieben von KIto brief KI · 15. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Farm funding holds firm as leaders confront a smaller EU budget.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Die Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen EU-Haushalt drehen sich um eine Verteilungsfrage: Welche Ausgaben sollen geschützt werden, wenn der Finanzrahmen kleiner ausfällt? Irland schlägt vor, die EU von 2028 bis 2034 auf Ausgaben von höchstens 1,622 Billionen EUR zu begrenzen, gerechnet zu Preisen von 2025. Das wären rund 141 Mrd. EUR oder 8 Prozent weniger, als die Europäische Kommission beantragt hat (Verhandlungsrahmen des Rates, CAP Reform). Der Entwurf schont die Landwirtschaft und die Regionalförderung, während Forschung, Sicherheit und Ausgaben außerhalb der EU stärker gekürzt würden. Die Staats- und Regierungschefs beraten darüber bei ihrem Gipfel am 15. und 16. Oktober, der heute beginnt (irischer Ratsvorsitz).

Irland hat den Entwurf vorgelegt, weil es derzeit den Vorsitz im Rat der EU führt, in dem die nationalen Regierungen verhandeln. Der Ratsvorsitz kann Zahlen auf den Tisch legen, entscheiden müssen aber die Regierungen. Unterschiedliche Summen in den Schlagzeilen erklären sich daraus, dass manche die erwartete Inflation einrechnen. Auf dieser Grundlage läge Irlands Obergrenze bei rund 1,826 Billionen EUR (Brussels Signal).

Landwirtschaft wird geschont, Sicherheit und Forschung verlieren

Gegenüber dem Kommissionsvorschlag schrumpfen alle großen Haushaltsposten, aber unterschiedlich stark. Für Landwirtschaft und ärmere Regionen stünde 3,4 Prozent weniger bereit, für Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit 12,8 Prozent weniger; bei den Ausgaben außerhalb der EU fiele die Kürzung am stärksten aus (Euronews). Auf Programmebene bliebe die Einkommensstützung für Landwirte mit rund 261 Mrd. EUR stabil. Der Forschungstopf Horizon Europe würde dagegen von 154,882 Mrd. EUR auf 140 Mrd. EUR sinken (Haushaltstabelle des Rates).

Diese Verteilung entspricht den Forderungen von 17 Staats- und Regierungschefs in einem Brief vom 2. Oktober: Sie wollen die Agrarmittel und die Kohäsionsförderung schützen, mit der ärmere Regionen unterstützt werden. Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Rumäniens Präsident Nicușor Dan führten die Initiative an (Politico). Seitdem ist der Widerstand gegen Kürzungen gewachsen, wie To Brief in dieser Woche berichtete (To Brief).

Deutschlands zwei Forderungen geraten miteinander in Konflikt

Deutschland verlangt einen kleineren Haushalt. Am 10. Oktober sagte Bundeskanzler Friedrich Merz, die Höhe des Vorschlags biete keine Grundlage für eine Einigung. Deutschland und fünf weitere Regierungen wollen Kürzungen um mehrere hundert Milliarden Euro (Bundesregierung, Erklärung der sechs Regierungen).

Zugleich will Merz Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit an die erste Stelle setzen. Genau dort kürzt Irland am stärksten, um die Landwirtschaft zu schonen. Ein kleinerer Haushalt mit mehr Geld für Sicherheit würde deshalb eine Neuverhandlung der Agrar- und Regionalmittel erfordern, deren Schutz 17 Regierungen organisiert verteidigen.

Finnland steht vor demselben Zielkonflikt. Ministerpräsident Petteri Orpo verlangt einen kleineren Haushalt und wendet sich zugleich gegen Kürzungen bei Verteidigung und Forschung (finnische Regierung).

Das Europäische Parlament drängt in die entgegengesetzte Richtung; seine Zustimmung ist nötig, damit der Haushalt gilt. In der Obergrenze sind bereits 149,296 Mrd. EUR für die Rückzahlung der EU-Kredite zur Pandemiebewältigung enthalten, die keine neuen Projekte finanzieren (Verhandlungsrahmen des Rates). Die federführenden Verhandler des Parlaments argumentieren, dass der Entwurf nach Rückzahlung und Inflation weniger ermögliche als der heutige Haushalt (Europäisches Parlament).

Jede Regierung kann den Haushalt blockieren

Alle 27 Regierungen müssen dem Haushalt zustimmen. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments können ihn ablehnen, aber nicht selbst umschreiben. Neue Einnahmequellen der EU erfordern Einstimmigkeit und anschließend die Ratifizierung in jedem Mitgliedstaat (Artikel 312, Artikel 311).

Die Einnahmenseite entscheidet mit darüber, wer zahlt. Irland hält an fünf vorgeschlagenen EU-Abgaben fest, darunter Abgaben auf Tabak und CO₂-intensive Einfuhren, die jährlich rund 55 Mrd. EUR einbringen sollen (irischer Ratsvorsitz). Das Aufkommen müssten die nationalen Haushalte nicht über ihre Beiträge finanzieren. Frankreichs Europaminister Benjamin Haddad sagte, Paris werde keinem Haushalt ohne ein umfangreiches Einnahmenpaket zustimmen (BFMTV). Ein Sprecher der Bundesregierung sagte im August, Kürzungen seien unabhängig davon nötig, wie die Einnahmenseite ausgestaltet werde (Regierungspressekonferenz).

Der Entwurf sieht außerdem bis zu 88,869 Mrd. EUR für den EU-Beitritt und den Wiederaufbau der Ukraine vor. Diese Summe liegt außerhalb der üblichen Obergrenzen und ist weiterhin als offen gekennzeichnet (Verhandlungsrahmen des Rates). Wie Vetos in andere Verhandlungen hineinwirken, zeigt ein gesonderter Streit: Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico sagte am 14. Oktober, sein Land wolle sich an keinem weiteren EU-Kredit für Kiew beteiligen. Zugleich wandte er sich dagegen, eine Beteiligung zur Bedingung für Unterstützung bei den slowakischen Haushaltsforderungen zu machen (TASR). Für den Kredit gibt es bislang weder einen Betrag noch eine Rechtsform; formal ist er daher nicht an den Haushalt gebunden. Fico nutzt ihn gleichwohl als Druckmittel.

Irland und António Costa, der die Gipfel der EU-Staats- und Regierungschefs leitet, streben bis Ende 2026 eine politische Einigung an (irischer Ratsvorsitz). Der irische Entwurf zeigt, was ein kleinerer Haushalt bedeutet, wenn Landwirtschaft und Regionen geschont werden: Sicherheit und Forschung tragen dann die Kürzungen. Deutschland will den Haushalt weiter verkleinern und zugleich die Sicherheitsausgaben schützen, hat öffentlich aber nicht gesagt, wo die zusätzlichen Kürzungen ansetzen sollen. Nach den irischen Zahlen lassen sich beide Forderungen nur erfüllen, wenn Berlin Kürzungen bei Landwirtschaft und Regionen in Kauf nimmt.

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10/15/2026, 1:36:51 AM
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