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EU_PUBLIC_AFFAIRS06 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 679 Wörter · 39 Quellen

Angriffe im Schwarzen Meer: Schiffe ohne Geleitschutz

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Geschrieben von KIto brief KI · 17. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Merchant crews cross the Black Sea before any allied protection arrives.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Als rumänische Rettungskräfte am 16. Oktober ihre Suche wieder aufnahmen, galten sieben Seeleute des Tankers Wine Trader noch als vermisst (Reuters). Seit Anfang Oktober sind vor Rumänien und Bulgarien, zwei EU- und NATO-Mitgliedern, Handelsschiffe gesunken oder in Brand geraten. Welche Waffe die Schiffe jeweils traf, ist unterschiedlich gut belegt; weder NATO noch EU haben einen Plan zu ihrem Schutz angekündigt.

Was Bulgarien dokumentiert hat – und was Rumänien nicht belegen kann

Der erste Verlust ereignete sich am 5. Oktober, als ein Maisschiff vor der rumänischen Küste sank. Rumäniens Innenministerium meldete zwei Tote und elf Gerettete, stellte aber keine Ursache fest (MAI).

Für Bulgarien ist die Beweislage eindeutiger, weil die Regierung die Waffen benennt. Am 6. Oktober teilte Sofia mit, Luft- und Seedrohnen hätten zwei Handelsschiffe in der bulgarischen ausschließlichen Wirtschaftszone getroffen. Diese liegt jenseits der Hoheitsgewässer: Bulgarien kontrolliert dort die Ressourcen, nicht aber den Durchgangsverkehr (BTA). Eines der Schiffe sank.

Am 13. Oktober folgten zwei weitere Angriffe, die Bulgariens Verkehrsministerium erfasste (Bulgarisches Verkehrsministerium). Eines der Schiffe, die HS Dignity, ging unter. Fünf Seeleute wurden gerettet, elf galten als vermisst (AFP).

In Rumänien ist die Lage weniger klar. Zwei Tanker, Yara J und Wine Trader, gerieten Mitte Oktober nahe dem Hafen Sulina in Brand. In ihrer ersten Mitteilung meldete die rumänische Schifffahrtsbehörde ein Feuer auf der Wine Trader: Fünf der zwölf Besatzungsmitglieder seien gerettet worden. Eine Ursache nannte sie nicht (Rumänische Schifffahrtsbehörde über AGERPRES).

Präsident Nicușor Dan sagte, Drohnen hätten beide Tanker getroffen. Aus seiner eigenen Regierung kam jedoch keine vollständige Bestätigung. Der amtierende Verteidigungsminister Radu Miruță erklärte, auf den Militärradaren sei keine Drohne zu sehen gewesen, die auf die Yara J zugesteuert sei (AGERPRES).

Russland verantwortlich zu machen, beweist noch keine Urheberschaft

Rumäniens Außenministerin Oana Țoiu macht Russland voll verantwortlich dafür, dass das Schwarze Meer gefährlich geworden sei. Damit beschreibt sie, wer die Gefahr geschaffen habe; dieser politische Vorwurf ist leichter zu begründen als die Frage, wer jede einzelne Drohne gestartet hat. Einen solchen Nachweis hat bislang keine Regierung erbracht.

Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radev sagt, Russland profitiere von den Angriffen, Sofia verfüge aber über keine belastbaren Beweise, um den Angreifer zu benennen (BTA). Auch Dan sagte am 16. Oktober, es sei zu früh, Russland als Urheber der Angriffe zu belegen (DC News). Der bislang direkteste Hinweis stammt von einer einzelnen, nicht namentlich genannten militärischen NATO-Quelle. Sie sagte Reuters, die Drohnen, die die Tanker bei Sulina getroffen hätten, seien aus Russland gekommen (Reuters).

Auch die Verbündeten halten sich mit einer Zuordnung zurück. Frankreich verurteilte die Angriffe am 15. Oktober, erklärte aber, die Serie Moskau nicht zugeschrieben zu haben (Französisches Außenministerium). Bulgarien bat EU und NATO um technische Hilfe, um die Drohnen zurückzuverfolgen.

Wer die Schiffe schützen könnte

Dan und Radev trafen am 15. Oktober NATO-Generalsekretär Mark Rutte (To Brief). Rutte verwies auf die Abwehrsysteme gegen Drohnen, die bereits an der Ostflanke der NATO stationiert seien. Eine Patrouille oder Eskorte für Handelsschiffe kündigte er nicht an (NATO).

Über einen Einsatz des Bündnisses müssten die Mitgliedstaaten entscheiden. Ihre Botschafter sollen über das Schwarze Meer beraten (Radio Romania International). Bulgarien hat NATO-Kampfflugzeuge und Abwehrsysteme gegen Drohnen angefordert.

Die EU-Staats- und Regierungschefs forderten am 16. Oktober sichere Durchfahrt für alle Handelsschiffe (Europäischer Rat). Sie verurteilten die Angriffe vor Bulgarien und Rumänien, ohne deren Urheber zu benennen. In einem gesonderten Beschluss machten sie Russland für den umfassenderen Angriff auf die ukrainischen Häfen verantwortlich. Eine Marinemission setzten sie nicht auf.

Rumänien hat bislang ein Hilfsangebot. Dan zufolge hat ein französisches Expertenteam Unterstützung angeboten; die aus EU-Mitteln finanzierte rumänische Luftabwehr wird erst in eineinhalb bis zweieinhalb Jahren verfügbar sein (Radio România Actualități). Ein Hilfsangebot ist noch kein Schiff und kein Radar vor Ort.

Die Befunde erlauben ein klares Urteil: Bulgariens Behörden haben direkte Drohnentreffer auf vier Schiffe gemeldet (BTA, Bulgarisches Verkehrsministerium). Die Ursache der Tankerbrände in Rumänien ist weniger sicher. Weder NATO noch EU haben einen Einsatz zum Schutz der Schiffe angekündigt. Solange die verbündeten Regierungen keinen beschließen, tragen die Besatzungen auf dem Weg zu ukrainischen Häfen und zur Donau das Risiko selbst.

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10/17/2026, 1:32:18 AM
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