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EU_ECONOMICS07 / 08 · Geschichte des Tages3 Min. · 705 Wörter · 144 Quellen

BPM wirbt für MPS-Fusion

Geschrieben von KIto brief AI · 8. Juni 2026, 03:50
Wie sie entstand

A €50 billion monument rises as Mediterranean banking hardens against Northern European fragmentation.

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der Text · 3 Min. Lesezeit

Italiens Bankensektor ist seit Jahren zu kleinteilig, zugleich aber politisch schwer zu ordnen. Banco BPM hat nun am 7. Juni Monte dei Paschi di Siena (MPS) eine Fusion vorgeschlagen, aus der eine Gruppe mit einem Wert von rund 50 Mrd. EUR, 2.900 Filialen und erwarteten Synergien von 1,1 Mrd. EUR entstünde (Corriere della Sera, Bloomberg). Nach Bilanzsumme wäre das Institut die zweitgrößte Bank Italiens, hinter Intesa Sanpaolo.

Intesa reagierte nach Angaben von Il Fatto Quotidiano binnen Stunden und berief demnach eine Sondersitzung des Verwaltungsrats ein, um mit Unipol und BPER ein Gegenangebot vorzubereiten (Il Fatto Quotidiano). Damit geht es nicht mehr nur um eine italienische Bankenfusion, sondern um die Frage, wer die nächste Konsolidierungsrunde im Euroraum prägt: südeuropäische Institute, die schneller Größe aufbauen, oder nordeuropäische Aufseher und Regierungen, die bei grenzüberschreitenden Zusammenschlüssen weiter bremsen.

Eine französische Bank mit italienischer Strategie

Crédit Agricole hält 22,8 Prozent an Banco BPM und stimmte im Verwaltungsrat von BPM geschlossen für den Fusionsvorschlag (AdnKronos). Durch die Fusion würde der Anteil der französischen Bank zwar auf rund 12,8 Prozent sinken, sie bliebe aber der größte Einzelaktionär eines deutlich größeren Instituts (Corriere della Sera). Die Rechnung ist nüchtern: 12,8 Prozent an einer 50-Milliarden-Euro-Bank sind mehr wert als 22,8 Prozent an einem Institut von etwa 20 Mrd. EUR. Frankreich würde damit faktisch einen Ankeraktionär der zweitgrößten italienischen Bank stellen.

Für Rom löst der Plan ein anderes Problem. Das italienische Finanzministerium hält noch 4,8 Prozent an MPS, ein Rest der 5,4 Mrd. EUR schweren Rettung von 2017, als der Staat 68 Prozent der Bank übernahm. Nach einer Fusion fiele dieser Anteil unter 2 Prozent; die Regierung könnte den Fall MPS politisch als abgeschlossen erklären, ohne Aktien über den Markt verkaufen zu müssen (Quotidiano.net). Finanzminister Giancarlo Giorgetti hatte diesen Ausstiegspfad schon seit Jahren ins Spiel gebracht.

Südeuropa konsolidiert

Vier Tage vor dem BPM-Vorstoß legten Frankreich, Italien und Spanien der Europäischen Kommission einen gemeinsamen Vorschlag vor. Ihr Argument: Die Zersplitterung des Bankensektors binde rund 230 Mrd. EUR an liquiden Mitteln, die sich innerhalb des Euroraums nicht frei über Grenzen hinweg verschieben ließen (Euronews). Abhilfe schaffen soll ein freiwilliges Regime, unter dem grenzüberschreitende Bankengruppen Kapital und Liquidität gemeinsam steuern könnten; ein Gesetzesvorschlag wird für 2027 erwartet.

Der Fall BPM-MPS passt in eine Konsolidierungswelle, die längst begonnen hat. BPCE schloss im April die 6,7 Mrd. EUR schwere Übernahme der portugiesischen Novobanco ab, die größte grenzüberschreitende Bankenübernahme im Euroraum seit mehr als zehn Jahren (Challenges). UniCredit hält 34,35 Prozent an der deutschen Commerzbank; die Frist für ihr Angebot läuft am 16. Juni ab (Finance Magazin). Südeuropäische Banken bauen Größe auf. Nordeuropäische Regierungen und Aufseher haben diesem Tempo bislang wenig entgegengesetzt.

Wer zahlt, wer gewinnt

Die erwarteten Synergien von 1,1 Mrd. EUR dürften vor allem aus der Schließung überlappender Filialen kommen, nach Angaben von AskaNews wohl rund 300 Standorte in der Lombardei, der Toskana und Venetien (AskaNews). Zahlen zu Stellenstreichungen gibt es bisher nicht. Doch Kostensynergien im Bankgeschäft entstehen überwiegend über Personalabbau. Die Beschäftigten wären damit die naheliegenden Verlierer.

Berlin blockiert unterdessen den Einstieg von UniCredit bei der Commerzbank mit nationalen Argumenten, unterstützt die Bankenunion, also den EU-Rahmen für gemeinsame Bankenaufsicht, aber grundsätzlich. Der scheidende EZB-Vizepräsident Luis de Guindos sagte, Europa brauche „wirklich europäische Banken“, um mit amerikanischen Instituten konkurrieren zu können (Bloomberg). Selbst eine fusionierte BPM-MPS käme allerdings nur auf etwa 6 Prozent der Marktkapitalisierung von JPMorgan. Nationale Zusammenschlüsse schaffen nationale Champions; die transatlantische Größenlücke schließen sie eben nicht.

Σημαντικό

Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus der EZB, also die Bankenaufsicht der Notenbank, hat zu BPM-MPS bislang keine formelle Stellungnahme abgegeben. Die aufsichtsrechtliche Prüfung beginnt erst nach einer offiziellen Anmeldung, die bisher nicht erfolgt ist (ECB Banking Supervision).

Der südeuropäische Vorstoß für gemeinsam nutzbare Liquidität stößt nun auf deutschen und niederländischen Widerstand. Es sind dieselben Regierungen, die seit mehr als zehn Jahren EDIS blockieren, also die europäische Einlagensicherung, die Bankeinlagen im gesamten Euroraum gemeinsam absichern würde (European Commission). Ohne diese Garantie bleibt Kapital hinter nationalen Grenzen. Keine Bank wird gern Mittel an eine Auslandstochter verschieben, wenn im Krisenfall unklar ist, ob die Einlagensicherung des Gastlandes trägt. Südeuropa baut größere Banken. Nördliches Kapital wird erst dann wirklich nach Süden fließen, wenn jemand die Einlagen garantiert. Diesen Garanten gibt es bisher nicht.

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6/8/2026, 3:04:09 AM
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