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EU_ECONOMICS12 / 18 · Geschichte des Tages3 Min. · 628 Wörter · 22 Quellen

Bulgarien muss Kohle abspalten

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Geschrieben von KIto brief KI · 17. Juli 2026, 11:04
Wie sie entstand

The immovable weight of the coal industry rests on the ministry’s floor.

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der Text · 3 Min. Lesezeit

Bulgarien steht bei seinem EU-Wiederaufbauplan vor der unangenehmen Stelle, an der Brüsseler Reformauflagen unmittelbar haushaltswirksam werden. Vize-Regierungschef Atanas Pekanov sagte vergangene Woche im Parlament, dem Land blieben 45 Tage, um alle noch offenen Verpflichtungen aus dem Plan zu erfüllen (Fakti). Der größte Blockadepunkt ist keine neue Kraftwerksregel, sondern eine Änderung der Unternehmensführung: Zwei Kohleunternehmen sollen aus der staatlichen Energieholding herausgelöst werden. Geschieht das nicht, dürften rund 400 Mio. EUR an EU-Mitteln ausbleiben.

Das Geld stammt aus der Aufbau- und Resilienzfazilität, dem EU-Programm nach der Pandemie, das Regierungen erst dann auszahlt, wenn sie vereinbarte Reformen nachweislich umgesetzt haben (Europäische Kommission, Verordnung EU 2021/241). Wird ein Ziel verfehlt, kann die Europäische Kommission die Zahlung kürzen oder aussetzen. Bulgariens letzter Zahlungsantrag umfasst fast 1,7 Mrd. EUR und muss bis zum 31. August eingereicht werden (BTA). Wie eng Brüssel die Regeln auslegt, zeigte sich bereits beim vierten Antrag über 1,1 Mrd. EUR: Die Kommission sah 23 von 26 Meilensteinen als erfüllt an und hielt Geld für die übrigen zurück (Mirage News).

Warum die Aufspaltung einer Holding zählt

Die Reform klingt zunächst nach Konzernorganigramm: Mini Maritsa East, ein staatlicher Braunkohlebergbau, und TPP Maritsa East 2, ein Kohlekraftwerk, sollen aus der Bulgarian Energy Holding, kurz BEH, herausgelöst werden. Energieministerin Iva Petrova bestätigte, es handele sich um eine verbindliche Verpflichtung aus dem Wiederaufbauplan, die nicht rückgängig gemacht werden könne (BTA).

Der Mechanismus dahinter ist einfach. Innerhalb der BEH können profitable Bereiche wie Gashandel oder Stromnetze die Verluste der Kohlesparte still mittragen. Diese Quersubventionierung verdeckt, was der Weiterbetrieb der Kohle tatsächlich kostet. Stehen die Unternehmen auf eigenen Bilanzen, werden Verluste sichtbar, und die Regierung muss offen entscheiden, wie viel öffentliches Geld sie weiter einsetzen will (Mirage News). Wenn Kohle subventioniert wird, soll das im Haushalt erscheinen und nicht in einer staatlichen Holding verschwinden.

Vom Staatshaushalt zur Lohnabrechnung

Sollte Bulgariens letzte Zahlung steckenbleiben, trifft es zuerst den Staatshaushalt. Pekanov bezeichnete die vorherige Tranche als entscheidend für die öffentlichen Finanzen; weniger als die Hälfte der Wiederaufbaumittel sei tatsächlich bei den Projektbegünstigten angekommen (Fakti). Eine Verzögerung zwingt Sofia damit zu einer unattraktiven Wahl: mehr Schulden aufnehmen, an anderer Stelle kürzen oder Zahlungen an ohnehin wartende Auftragnehmer weiter verschieben.

In der Kohleregion ist der Druck unmittelbarer. Petrova sagte, Mini Maritsa East habe in einem einzigen Monat rund 50 Mio. EUR für Löhne und laufende Kosten benötigt; die Arbeitskosten seien um etwa 8 Prozent, externe Dienstleistungen um rund 12 Prozent gestiegen (BTA). Das Unternehmen kann seine Lohnsumme nicht aus eigener Kraft tragen. Der Staat schließt die Lücke. Werden EU-Mittel eingefroren, wird genau diese Lücke schwerer zu finanzieren.

Petrova versprach, es werde keine Schließungen und keine Massenentlassungen geben (Nova). Der Ersatzpfad ist indirekt: Rund 500 Mio. EUR aus dem EU-Fonds für einen gerechten Übergang könnten in Rekultivierung, Industriegebiete und neue Arbeitgeber in der Region fließen. Pekanov sagte im Parlament, das Geld könne nicht direkt an die beiden Kohleunternehmen gehen, sie könnten aber als Subunternehmer mitarbeiten. Für die Beschäftigten im Maritsa-East-Revier ist das eben kein technischer Unterschied. Übergangsmittel können Flächen sanieren und Straßen bauen, garantieren aber nicht die nächste Lohnzahlung.

Bulgarien ist mit diesem Zeitdruck nicht allein. Rumänien riskiert den Verlust von mehr als 4,5 Mrd. EUR, falls es vor einer ähnlichen Frist sechs Reformgesetze nicht verabschiedet (Digi24). Weil die Aufbau- und Resilienzfazilität Ende 2026 ausläuft, bekommt jede unerledigte Reform nun einen Preis im Staatshaushalt (Verordnung EU 2021/241). Der bulgarische Fall ist dennoch schärfer. Umstritten ist keine verspätete Ausschreibung, sondern eine Governance-Änderung mit politischem Widerstand in einer Region, in der der Staat bereits die Löhne stützt.

Die Aufbau- und Resilienzfazilität funktioniert damit genau so, wie sie konstruiert wurde: Geld gegen nachprüfbare Reformen. Für Länder, die Reformen zugesagt und dann vertagt haben, ist genau das jetzt das Problem.

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7/17/2026, 10:59:12 AM
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