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EU_PUBLIC_AFFAIRS05 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 727 Wörter · 31 Quellen

Bulgarien bittet NATO um Schutz auf See

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Geschrieben von KIto brief KI · 17. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Bulgaria seeks protection for its coast; merchant ships face danger farther out.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Die Drohnenangriffe auf Handelsschiffe im Schwarzen Meer zeigen, dass Bulgariens Schutzbedarf über sein Küstenmeer hinausreicht. Sofia hat die NATO-Verbündeten um Kampfjets, Boden-Luft-Raketen, Abwehrsysteme gegen Drohnen, Patrouillenflugzeuge und eine sichtbare Präsenz verbündeter Kräfte in seinem Küstenmeer gebeten (BTA, Reuters). Das Bulgarien nächstgelegene getroffene Schiff wurde außerhalb des Küstenmeers angegriffen. Im öffentlich zugänglichen Ersuchen steht nicht, wer Schiffe dort schützen soll (bulgarisches Verkehrsministerium). Die NATO-Botschafter wollen das Ersuchen in der kommenden Woche erörtern; beschlossen ist bislang nichts (Reuters).

Verteidigungsminister Dimitar Stoyanov sagte am 16. Oktober, er habe Generalsekretär Mark Rutte und den Oberbefehlshaber der NATO in Europa, Alexus Grynkewich, schriftlich um „das gesamte verfügbare Spektrum“ gebeten (Radio Bulgaria). Er nannte weder Flugzeugtyp noch Truppenstärke, Stationierungsort oder Zeitplan. Zugleich räumte er ein, die Ressourcen der Verbündeten seien begrenzt und Rumänien sowie die baltischen Staaten konkurrierten ebenfalls um diese Mittel.

Wo die Linie auf See verläuft

Am 13. Oktober trafen drei Drohnen die unter maltesischer Flagge fahrende Chelsea 3, rund 17 bis 18 Seemeilen östlich der Stadt Byala. Alle 15 Besatzungsmitglieder wurden gerettet (bulgarisches Verkehrsministerium). Der Angriffsort liegt außerhalb des bulgarischen Küstenmeers, in einem Seegebiet, in dem Bulgarien wirtschaftliche Rechte, aber keine volle Hoheitsgewalt hat. Kampfjets, Flugabwehrsysteme und alliierte Schiffe im Küstenmeer könnten Küste und Häfen sichern. Den Ort des Angriffs auf die Chelsea 3 würden sie allein nicht abdecken.

Die Schäden beschränkten sich nicht auf diesen Angriff. Ein zweites Schiff, die HS Dignity, sank vor Bulgarien; die Suche nach den elf vermissten Seeleuten endete am 14. Oktober (AP). Auch Rumänien meldete Verluste: Der Tanker Wine Trader geriet am 15. Oktober nahe Sulina in Brand, sieben Seeleute wurden vermisst (Rumänische Schifffahrtsbehörde). Der Vorfall gehörte zu einer größeren Angriffswelle, über die To Brief bereits berichtet hat (To Brief).

Wer die Drohnen gestartet hat, ist bislang nicht bewiesen. Ministerpräsident Rumen Radev sagt, das Muster deute auf Moskau hin, Bulgarien könne dies aber nicht belegen. Rumäniens Außenministerin Oana Țoiu hat Russland direkt verantwortlich gemacht (AGERPRES). Präsident Nicușor Dan sagt, Rumänien könne technisch nicht feststellen, woher die Drohnen gekommen seien (HotNews).

Warum Sofia auf geliehene Kampfjets angewiesen ist

Bulgarien hat neue Kampfjets, kann sie aber noch nicht im Einsatz verwenden. Die F-16 sind eingetroffen, doch der Luftwaffenchef sagte am 16. Oktober, sie seien noch nicht in den Kampfdienst übernommen worden (BTA). Das Verteidigungsministerium peilt dafür 2027 an (bulgarisches Verteidigungsministerium).

Die EU-Finanzierung ist angelaufen, schafft aber keine kurzfristige Einsatzfähigkeit. Die Europäische Kommission hat Bulgarien im Rahmen von SAFE, dem EU-Kreditprogramm für Verteidigungsbeschaffungen, 489,3 Mio. EUR vorab ausgezahlt; insgesamt geht es um Darlehen von rund 3,3 Mrd. EUR (Europäische Kommission). Die Darlehen finanzieren Beschaffungsverträge, bringen aber in diesem Monat keine Flugzeuge über das Schwarze Meer.

Was das Treffen in der kommenden Woche bringen kann

Die Botschafter tagen als Nordatlantikrat, dem höchsten politischen Gremium der NATO. Da der Rat nach dem Konsensprinzip entscheidet, kann jeder Verbündete einen Beschluss blockieren (NATO). Eine Einigung würde die NATO auf eine Reaktion festlegen, aber noch keine Ausrüstung bereitstellen. Die Allianz besitzt selbst kaum Kampfjets. Flugzeuge und Flugabwehrsysteme müssten die Mitgliedstaaten freiwillig stellen; entscheiden würden daher vor allem jene Hauptstädte, die freie Kapazitäten haben.

Handelsschiffe auf offener See zu schützen wäre schwieriger. Eine nicht namentlich genannte rumänische Quelle aus dem Verteidigungsbereich habe der AP gesagt, Rumäniens Kriegsschiffen fehle die nötige Flugabwehr, um Handelsschiffe durch die Drohnengefahr zu geleiten (AP). Patrouillenflugzeuge könnten Bulgarien einen besseren Überblick vor der Küste verschaffen. Aus dem veröffentlichten Ersuchen geht nicht hervor, ob dort jemand Schiffe eskortieren oder verteidigen soll.

Das Risiko reicht über die beiden Küstenstaaten hinaus. Die Chelsea 3 fuhr unter maltesischer Flagge, hatte ukrainische und aserbaidschanische Seeleute an Bord und war auf dem Weg nach Moldau. Im Juli liefen etwa 80 Prozent der ukrainischen Getreide- und Ölsaatenausfuhren über das Schwarze Meer (Europäische Kommission). Eine Route, die Reeder und Besatzungen als unsicher einstufen, würde Kyjiw Exporteinnahmen kosten und zugleich Bulgariens Häfen treffen.

Bulgarien bittet die Verbündeten, eine Lücke zu schließen, die seine eigenen Kampfjets vor 2027 nicht schließen werden (bulgarisches Verteidigungsministerium). In der kommenden Woche können die Botschafter vereinbaren, dass die NATO reagieren soll; welche Flugzeuge und Schiffe tatsächlich zum Einsatz kommen, entscheiden die nationalen Regierungen. Das Ersuchen umfasst Bulgariens Luftraum, Küste und Küstenmeer. Sofia und die Regierungen, die Ausrüstung bereitstellen können, müssen noch klären, ob jemand Handelsschiffe in dem Seegebiet schützen wird, in dem die Chelsea 3 getroffen wurde.

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10/17/2026, 1:32:51 AM
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