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EU_PUBLIC_AFFAIRS04 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 715 Wörter · 44 Quellen

Bulgarien sucht Schutz für Handelsschiffe

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Geschrieben von KIto brief KI · 8. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

The search off Bulgaria ends without finding the missing crew.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Der Schutz der Handelsschifffahrt im Schwarzen Meer ist ungeklärt, obwohl dort binnen zwei Tagen zwei Schiffe gesunken sind. Bulgarien hat die Suche nach der Besatzung der Alfa Watan eingestellt, nachdem Retter weder Überlebende noch Leichen gefunden hatten (BNT). Ministerpräsident Rumen Radev sagt, er verfüge nicht über die Beweise, um den Angreifer zu benennen. Auch auf ein gemeinsames Schutzkonzept haben sich die von Sofia angesprochenen Nachbarstaaten bislang nicht verständigt.

Früh am 6. Oktober griffen Luft- und Seedrohnen zwei Handelsschiffe rund 70 Seemeilen östlich des bulgarischen Küstenorts Byala an, in einem Seegebiet, in dem Bulgarien wirtschaftliche Rechte ausübt (BTA). Die unter der Flagge Togos fahrende Alfa Watan sank. Das zweite Schiff, die Able, geriet in Brand, blieb aber schwimmfähig; alle 18 Besatzungsmitglieder wurden in Sicherheit gebracht (bulgarische Regierung). Die ersten Stunden des Rettungseinsatzes haben wir hier beschrieben (To Brief).

Die Suche nach der Besatzung der Alfa Watan brachte wenig Ergebnisse. Der Rettungskoordinator Rumen Nikolov sagte Reuters, vermutlich seien zwölf Menschen syrischer Herkunft an Bord gewesen. Die Einsatzkräfte hätten bis zum Abbruch am 6. Oktober um 17 Uhr lediglich ein gekentertes Boot, drei Rettungsinseln und Schiffsausrüstung geborgen. Nikolov habe erklärt, die Suche werde nicht wieder aufgenommen (BNT).

Einen Tag zuvor sank weiter nördlich vor Rumänien ein weiteres Schiff. Am 5. Oktober geriet die Royad Mammadov rund 30 Seemeilen südlich von Sfântu Gheorghe in Brand und sank; zwei Besatzungsmitglieder starben, elf wurden gerettet (rumänisches Innenministerium, Reuters). Der Betreiber teilte mit, das Schiff sei vom ukrainischen Donauhafen Ismajil nach Ravenna unterwegs gewesen (Palmali).

Die Ukraine machte russische Drohnen verantwortlich (ukrainische Präsidentschaft). Die rumänische Schifffahrtsbehörde dokumentierte den Brand und den Untergang, stellte aber keine Ursache fest (rumänische Schifffahrtsbehörde über Agerpres). Damit sind in zwei EU-Staaten Schiffe auf derselben Handelsroute gesunken, ohne dass ein Angreifer offiziell benannt wäre.

Kiew macht Russland verantwortlich, Sofia hält sich zurück

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, Kontakte zwischen den Marinen der Ukraine und Bulgariens hätten ergeben, dass Russland beide Schiffe mit einem kombinierten Luft- und Seedrohnenangriff getroffen habe (ukrainische Präsidentschaft). Radev widersprach ihm nach der Sitzung des bulgarischen Nationalen Sicherheitsrats am 7. Oktober: Nach seinen Informationen gebe es keine gemeinsame Untersuchung. Angesichts der Ladung und der Fahrtrichtung sei ein russischer Angriff eine naheliegende Hypothese, sagte er; ohne Beweise könne Bulgarien Russland jedoch nicht als Täter benennen (BNT).

Der Verteidigungsminister erklärte, Drohnentrümmer seien nötig, um den Ausgangspunkt des Angriffs zu ermitteln; geborgen worden sei bislang nichts (BTA). Die russische Botschaft in Sofia erklärte, die Schiffe hätten nicht zu den Zielen des russischen Militärs gehört (AP).

Das maritime Risikoanalyseunternehmen Ambrey hält eine russische Verantwortung für alle drei Vorfälle wegen der Verbindungen der Schiffe zum Donauhandel für sehr wahrscheinlich (Ambrey). Das ist eine fachkundige Einschätzung, aber kein forensischer Beleg, wie Radev ihn verlangt. Die Orte, an denen solche Belege am ehesten zu finden wären – das ausgebrannte Schiff Able und das Wrack am Meeresgrund –, wurden bislang nicht untersucht.

Schutzforderung, aber noch kein gemeinsamer Plan

Der Nationale Sicherheitsrat Bulgariens empfahl dringende Gespräche mit Rumänien und der Türkei über gemeinsame Maßnahmen zum Schutz von Handelsschiffen sowie mehr Überwachung und eine schnellere Beschaffung von Drohnenabwehrsystemen (BNR). Das sind Empfehlungen. Die nationalen Maßnahmen kann Sofia selbst umsetzen; für gemeinsamen Schutz braucht es eine Einigung mit Bukarest und Ankara. Radev schlug zudem vor, die Able und den Meeresboden mit Unterstützung Rumäniens, der Türkei und der USA zu untersuchen. Beschlossen ist das bislang nicht.

Die drei Länder arbeiten bereits in einer gemeinsamen Marinegruppe zusammen, die ein Memorandum vom Januar 2024 zur Minenräumung geschaffen hat (rumänische Marine). Öffentlich dokumentiert ist ihre Arbeit bei der Beseitigung von Gefahren in Schifffahrtswegen. Ein Mandat, Konvois zu eskortieren oder angreifende Drohnen abzuschießen, ist öffentlich nicht ausgewiesen. Die Europäische Kommission stellte auf Bitte Bulgariens und Rumäniens Satellitenbilder zur Verfügung; dass diese einen Angreifer erkennen ließen, erklärte sie nicht (Europäische Kommission).

Der öffentlich belegte Befund ist eng umrissen und für Bulgarien unbequem. Die einzige bestehende gemeinsame Marinegruppe Bulgariens, Rumäniens und der Türkei hat nach öffentlich zugänglichen Angaben keinen Auftrag, Handelsschiffe vor Drohnenangriffen zu schützen. Eine Zustimmung zu Bulgariens Forderung nach gemeinsamem Vorgehen ist bislang nicht bekannt. Besatzungen, die Fracht zwischen ukrainischen Donauhäfen und EU-Häfen transportieren, befahren eine Route, auf der bereits Schiffe gesunken sind. Ein Angreifer ist offiziell nicht benannt, und keine öffentlich bekannte Truppe ist mit der Abwehr solcher Angriffe beauftragt.

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10/8/2026, 1:33:47 AM
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