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EU_ECONOMICS07 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 645 Wörter · 42 Quellen

Cernavodăs Kühlpumpen haben drei Zentimeter Spielraum

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Geschrieben von KIto brief KI · 11. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Cernavodă’s idle reactors still depend on water reaching their cooling pumps.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Die Kühlung des Kernkraftwerks Cernavodă hängt weiterhin von der Donau ab. Am 10. Oktober zeigte der Pegel dort minus 259 Zentimeter, teilte die rumänische Wasserbehörde ANAR mit (Agerpres). Damit lag die Donau drei Zentimeter über minus 262 Zentimetern, dem Stand, unterhalb dessen die Pumpen Kühlwasser nicht mehr zuverlässig ansaugen können (Mediafax). ANAR ordnete an, vom 10. bis 18. Oktober zusätzlich 20 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Speicher Iezer abzugeben. Eine veröffentlichte Messung dazu, wie viel davon das Kraftwerk erreicht hat, liegt bislang nicht vor (Agerpres, HotNews).

Die Minuszeichen bedürfen einer Einordnung. Der Pegel misst die Höhe der Wasseroberfläche gegenüber einem festen Bezugspunkt; ein negativer Wert ist daher keine Tiefenangabe. Er sagt nicht aus, welche Wassermenge an den Reaktoren verfügbar ist. ANAR bezeichnete minus 262 Zentimeter als betriebliche Pumpengrenze, nicht als „Sicherheitsgrenze“, wie einige Schlagzeilen schrieben, und nannte die Abgabe vorübergehend und außergewöhnlich (Mediafax).

Warum ein abgeschalteter Reaktor weiterhin Wasser aus der Donau braucht

Beide Reaktoren von Cernavodă stehen bereits still. Der staatlich kontrollierte Betreiber Nuclearelectrica teilte der Börse mit, Block 1 am 28. Juli und Block 2 am 13. August kontrolliert abgeschaltet zu haben (Mitteilung zu Block 1, Mitteilung zu Block 2).

Das Abschalten beendet die Kettenreaktion. Radioaktive Zerfallsprodukte im Brennstoff setzen jedoch weiter Wärme frei, die Pumpen ins Donauwasser abführen müssen. Petre Min, Leiter des Krisenzentrums der Atomaufsichtsbehörde CNCAN, sagte am 10. Oktober, beide Blöcke seien weiterhin auf Flusswasser angewiesen; die Einsatzkräfte seien dabei, eine Barriere zu errichten, die mehr Wasser zu den Pumpen lenken solle (HotNews).

Das Wasser aus Iezer soll also keinen Strom erzeugen. Es soll bei sinkendem Pegel die Kühlung sichern und die Anlage für einen Wiederanlauf betriebsbereit halten. Am 7. Oktober sagte der Staatssekretär im Energieministerium, Cristian Bușoi, laut Prognosen werde die Donau in den folgenden zehn Tagen nicht dauerhaft steigen; Fachleute des Kraftwerks würden entscheiden, wann Pumpen und Reaktoren sicher wieder anlaufen könnten (Digi24).

Die Informationslücke liegt zwischen Speicher und Entnahmestelle. Agerpres und HotNews geben beide die Zahlen der ANAR wieder; keiner der beiden Berichte enthält eine Messung am Kraftwerk. Die Abgabemenge bezeichnet das Wasser, das Iezer verlässt, nicht einen erwarteten Pegelanstieg in Cernavodă. ANAR habe die Zeit genannt, die das Wasser für den Weg flussabwärts benötige, aber keine Schätzung vorgelegt. Keine der hier angeführten Meldungen beziffere, wie viel Wasser wann die Pumpen erreiche.

Was Stromnetz und Nachbarländer zeigen

Rumänien kann über eine tägliche grenzüberschreitende Auktion Strom aus Nachbarländern beziehen (ENTSO-E). Eine von Solar Industry zusammengestellte Auswertung der Netzdaten weist für den 10. Oktober eine Atomstromproduktion von null aus; um 21 Uhr lagen die Nettoimporte (Einfuhr abzüglich Ausfuhr) bei rund 2,12 Gigawatt (Solar Industry). Diese Momentaufnahme zeigt, dass Rumänien zu dieser Stunde mehr Strom einführte als ausführte. Sie lässt weder erkennen, welche Importe den Ausfall aus Cernavodă ersetzten, noch, welche Mehrkosten die Stillstände für Stromkunden verursachen.

Der niedrige Pegel begrenzt auch jenseits der Grenze die Atomstromproduktion. Das bulgarische Kernkraftwerk Kozloduy, das ebenfalls Donauwasser nutzt, kündigte am 6. Oktober eine vorsorgliche Drosselung der Blöcke 5 und 6 um zusammen etwa 90 Megawatt an; als Grund nannte es den niedrigen Wasserstand (Kozloduy). Bereits im August hatte das Kraftwerk Block 5 aus demselben Grund gedrosselt (To Brief).

Auch den Landwirten entlang dieses Donauabschnitts fehlte bereits Wasser. ANAR beschränkte im Juli die Bewässerung zwischen Călărași und Cernavodă (ANAR). Die Berichte zur Oktoberanordnung nennen keine gemessene Wassermenge, die für landwirtschaftliche Betriebe oder Fischfarmen vorgesehen wäre. Da die Bewässerungsbeschränkungen zuerst galten, belegen die vorliegenden Angaben nicht, dass der Landwirtschaft zugunsten der Kühlung Wasser entzogen wurde.

ANAR hat Wasser aus einem Speicher freigegeben, um die Kühlung eines Kraftwerks zu sichern, das keinen Strom produziert. In den angeführten Berichten ist bislang nicht belegt, wie viel davon die Entnahmestelle in Cernavodă erreicht hat. Nuclearelectrica und CNCAN können die Wassermenge direkt an den Pumpen messen. Dieser Messwert würde zeigen, ob die Freigabe gewirkt hat und wie weit die Anlage von einem Wiederanlauf entfernt ist.

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10/11/2026, 1:34:15 AM
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