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EU_ECONOMICS02 / 05 · Geschichte des Tages3 Min. · 577 Wörter · 43 Quellen

Cernavodă bleiben nur 11cm

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Geschrieben von KIto brief KI · 8. August 2026, 02:50
Wie sie entstand

Eleven centimetres of water separate Romania’s grid from another shutdown.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Am Kernkraftwerk Cernavodă entscheidet derzeit der Pegel der Donau über Rumäniens Stromversorgung. Am 7. August lag der Wasserstand am Einlaufbecken bei etwa -218 Zentimetern (Newscenter). Bei rund -229 Zentimetern muss Block 2, der letzte noch laufende rumänische Reaktor, abgeschaltet werden (Capital). Der Abstand beträgt also 11 Zentimeter. Nach denselben Messberichten sinkt der Fluss derzeit um 2 bis 3 Zentimeter am Tag.

Rumänien hat deshalb Brüssel und alle EU-Regierungen nach der Verordnung 2019/941 gewarnt, den europäischen Regeln für Stromversorgungskrisen mit möglicher grenzüberschreitender Wirkung (Europa FM). Eine solche Frühwarnung sorgt dafür, dass Nachbarländer und Kommission die Lage gemeinsam beobachten. Zusätzlichen Strom schafft sie aber nicht.

Warum ein sinkender Fluss ein Kernkraftwerk stoppt

Die Reaktoren in Cernavodă nutzen Donauwasser zur Kühlung ihrer Kondensatoren. Diese Anlagen verwandeln den Dampf, der zuvor die Turbinen angetrieben hat, wieder in Wasser. Fehlt der Durchfluss, fehlt die Kühlung; ohne Kühlung kann der Reaktor keinen Strom liefern. Block 1 wurde bereits am 28. Juli vom Netz genommen, nachdem der Durchfluss auf etwa 1.630 Kubikmeter pro Sekunde gefallen war, weit unter dem Augustdurchschnitt von rund 3.900 (Agerpres, HotNews).

Seither versucht Rumänien, den Zufluss technisch zu stabilisieren: Eine Felsformation wurde gesprengt, die Fahrrinne ausgebaggert, zudem sollen Lastkähne so versenkt werden, dass sie Wasser in Richtung Einlauf lenken. Die Sprengung brachte etwa 2 Zentimeter zusätzlichen Pegel (Euronews România). Emil Macovei, technischer Direktor von Nuclearelectrica, sagte, die Arbeiten mit den Lastkähnen könnten wohl zwei bis drei weitere Tage bringen; setze sich der Rückgang fort, werde Block 2 danach wahrscheinlich ebenfalls stoppen (Digi24).

Die Nachbarn, die helfen könnten, brauchen selbst Hilfe

Block 2 liefert rund 680 MW, also etwa 8 bis 9 Prozent der rumänischen Abendspitze, die durch die Hitzewelle auf fast 8.000 MW gestiegen ist (Europa FM). Rumänien importierte zu den Abendspitzen bereits etwa 1.700 MW. Fällt auch Block 2 aus, könnte der Importbedarf auf mehr als 2.500 MW steigen (Financial Intelligence).

Nur liegen die naheliegenden Ersatzlieferanten am selben Fluss. Das ungarische Kernkraftwerk Paks fiel Anfang August von normalerweise rund 2.000 MW auf etwa 480 MW zurück; Ungarn musste deshalb selbst Strom importieren und Gasreserven einsetzen (Pénzcentrum, MVM).

Bulgarien war bislang die wichtigste Entlastung. Am Morgen des 7. August exportierte das Land 1.355 MW nach Rumänien, gestützt auf Solarstrom und Kohlekraftwerke (economic.bg). Bulgarische Regierungsvertreter erklärten jedoch, die Exportkapazitäten seien in den vergangenen Tagen „voll ausgeschöpft“ gewesen (Bulgarian Energy Ministry). Auch die Reaktoren von Kosloduj hängen an der Donau, deren Pegel weiter fällt.

Wer profitiert, wer zahlt

Kurzfristig profitieren Händler und flexible Kraftwerksbetreiber, die knappen Abendstrom verkaufen können. Die Preise am Day-Ahead-Markt in Mittel- und Südosteuropa zeigen bereits Aufschläge, die mit den Risiken in Paks und Cernavodă zusammenhängen (Serbia Energy).

Die ersten Verlierer sind die Kunden von Nuclearelectrica. Das Unternehmen warnte sie, es könne Lieferverträge möglicherweise nicht erfüllen, und berief sich auf höhere Gewalt, also auf ein außergewöhnliches äußeres Ereignis, das die Vertragserfüllung verhindert (ZF). Industriekunden dürften freiwillige oder angeordnete Verbrauchskürzungen deutlich früher spüren als Haushalte eine Änderung ihrer Endkundenpreise. Transelectrica, der rumänische Netzbetreiber, forderte große Verbraucher auf, ihren Stromverbrauch niedrig zu halten, um einen größeren Netzausfall zu vermeiden (Mediafax).

EU-Energiekommissar Dan Jørgensen beschrieb die Electricity Coordination Group der EU als Forum für den Informationsaustausch (Dan Jørgensen). Normalerweise sorgt der europäische Strommarkt dafür, dass Energie dorthin fließt, wo sie knapp ist. Diese Dürre zeigt jedoch die Grenze dieses Mechanismus: Rumänien, Ungarn und Bulgarien brauchen zur selben Abendzeit zusätzliche Leistung, während derselbe Fluss, der ihre Kraftwerke kühlt, immer weniger Wasser führt.

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8/8/2026, 1:48:58 AM
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