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EU_PUBLIC_AFFAIRS04 / 08 · Geschichte des Tages3 Min. · 653 Wörter · 147 Quellen

China schulte 200 russische Soldaten im Drohnenkrieg

Geschrieben von KIto brief AI · 20. Mai 2026, 03:50
Wie sie entstand

European political barriers remain stationary while military technology transfers across borders in silence.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

China und Russland haben im Juli 2025 ein geheimes bilaterales Abkommen geschlossen, das jede öffentliche Mitteilung darüber untersagte. Auf dieser Grundlage trainierte Chinas Volksbefreiungsarmee zwischen November und Dezember 2025 rund 200 russische Soldaten in Drohnenkrieg, elektronischer Kampfführung und mechanisierter Infanterietaktik. Einige von ihnen kehrten anschließend in den Krieg gegen die Ukraine zurück. Drei europäische Nachrichtendienste verfolgten das Programm über Monate, bevor es am 19. Mai öffentlich wurde, dem Tag, an dem Wladimir Putin in Peking eintraf (Kyiv Independent, n-tv).

Damit verschiebt sich Chinas Rolle. Peking ist nicht mehr nur wirtschaftlicher Ermöglicher der russischen Kriegsführung, sondern rückt näher an eine direkte militärische Beteiligung heran. Die EU hatte offenbar die nachrichtendienstlichen Mittel, das Programm aufzudecken. Ihr fehlt aber das politische System, um darauf geschlossen zu reagieren.

Was das Programm tatsächlich aufbaute

Unter den Teilnehmern waren militärische Ausbilder vom Unteroffizier bis zum Oberstleutnant, viele von ihnen gezielt wegen ihrer Ausbildungsfunktion ausgewählt. In Einrichtungen der Volksbefreiungsarmee in Shijiazhuang, Zhengzhou, Yibin und Nanjing übten sie die Koordination von Drohnen und Artillerie, elektronische Gegenmaßnahmen gegen Drohnen sowie das Steuern von FPV-Drohnen auf chinesischen Simulatoren. Ein Nachrichtendienst berichtete, Absolventen hätten später Drohnenoperationen auf der besetzten Krim und in Saporischschja geführt; Reuters konnte diese Angabe nicht unabhängig bestätigen.

Das Programm war offenbar auf Multiplikation angelegt. Jeder zurückkehrende Ausbilder kann chinesische Drohnentaktiken an Hunderte russische Bediener weitergeben. Damit geht es nicht nur um Training einzelner Soldaten, sondern um Technologietransfer über Personal: Russland erhält Zugang zu militärischem Know-how aus dem Land, das den Weltmarkt für Drohnen dominiert.

Die Einstimmigkeitsfalle

Die EU hat ihre Sanktionen gegen chinesische Unternehmen, die Russlands Kriegsmaschinerie beliefern, schrittweise verschärft. Das 20. Sanktionspaket vom April 2026 listete etwa 27 Unternehmen aus China und Hongkong. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nannte China einen „de facto“-Ermöglicher der russischen Kriegswirtschaft.

Scheinfirmen zu sanktionieren ist aber etwas anderes, als China als staatlichen militärischen Akteur zu adressieren. Die EU-Sanktionsrahmen wären grundsätzlich weit genug, um Akteure zu erfassen, die die territoriale Integrität der Ukraine untergraben. Die eigentliche Hürde ist politisch: Jede außenpolitische EU-Entscheidung gegen Einheiten der Volksbefreiungsarmee oder chinesische Militärvertreter bräuchte Einstimmigkeit unter allen 27 Mitgliedstaaten. Ein einzelnes Land kann also blockieren. Ungarn hat gemeinsame China-Beschlüsse der EU wiederholt abgeschwächt oder verhindert. Der Schritt von Unternehmenssanktionen zu Sanktionen gegen staatliche militärische Strukturen ist damit praktisch kaum durchsetzbar.

Drei Hauptstädte, drei Ablenkungen

Deutschland zeigt dieses Dilemma besonders deutlich. Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte am 19. Mai die Hoffnung, Xi Jinping werde auf Putin einwirken, den Krieg zu beenden. Es war derselbe Tag, an dem Reuters berichtete, China habe russische Kämpfer ausgebildet. Zugleich verlieren deutsche Autobauer in China weiter Marktanteile. Berlin kann es sich kaum leisten, gegenüber einem Partner zu eskalieren, dessen Markt es ohnehin schon verliert.

In Italien sieht die Lage anders aus, führt aber zum selben Ergebnis. Drei Tage vor dem Reuters-Bericht erklärte Industrieminister Adolfo Urso, chinesische Autobauer seien „willkommen“, wenn sie stillgelegte Stellantis-Werke kauften. Gleichzeitig verschärfte die Regierung still die Sicherheitsprüfungen für chinesische Investitionen in Bereichen mit Nähe zur Verteidigungsindustrie. Kein italienischer Regierungsvertreter hat die Enthüllungen über das Militärtraining bisher mit dieser Industriepolitik verknüpft.

Polen richtete seine Aufmerksamkeit derweil auf eine andere Sorge. Warschau musste in derselben Woche eine abgesagte Rotation amerikanischer Truppen einordnen und betonte, die Entscheidung „betreffe Deutschland, nicht Polen“. Ausgerechnet das Land, das von verbesserten russischen Drohnenfähigkeiten besonders bedroht wäre, sprach kaum über China.

Das Muster ist in allen drei Fällen ähnlich: Die Mitgliedstaaten sind mit innenpolitischen Krisen, Industrieinteressen und bilateralen Abhängigkeiten so beschäftigt, dass aus der gemeinsamen Bedrohungsanalyse keine gemeinsame China-Politik wird.

Was verborgen bleibt

Das Abkommen vom Juli 2025 war gegenseitig angelegt. Während russische Soldaten in China trainierten, bildeten sich „Hunderte“ chinesische Soldaten in Russland fort. Sie konnten dort Drohnentaktiken aus dem wohl drohnenintensivsten Krieg der Gegenwart aufnehmen. Falls die Volksbefreiungsarmee diese Erfahrungen in ihre eigene Einsatzplanung überträgt, wird der Austausch zugleich zu einem europäischen Sicherheitsproblem und zu einem Risiko für den Indo-Pazifik. Europäische Regierungen behandeln beide Schauplätze meist getrennt. Peking tut das offenkundig nicht.

Drei Nachrichtendienste hielten diese Informationen über Monate zurück und ließen sie genau in dem Moment öffentlich werden, als Putin in Xis Hauptstadt ankam. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung war wohl bewusst gewählt. Die institutionelle Reaktion, die er auslösen sollte, ist bislang ausgeblieben.

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5/20/2026, 4:13:03 AM
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