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EU_PUBLIC_AFFAIRS01 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 748 Wörter · 44 Quellen

Drohnen versenken Frachter vor Bulgarien

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Geschrieben von KIto brief KI · 7. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Rescuers find life jackets off Bulgaria’s coast, but no missing sailors.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Angriffe auf Handelsschiffe im westlichen Schwarzen Meer betreffen auch eine Route, die für ukrainische Ausfuhren wichtig ist. Am frühen 6. Oktober trafen Drohnen zwei Handelsschiffe in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone; eines sank (bulgarische Regierung). Bis zum Abend galt die Besatzung als vermisst (BTA). Kiew macht Russland verantwortlich, Sofia kann den Angreifer nach eigenen Angaben noch nicht bestimmen, und keine Regierung hat öffentlich Belege vorgelegt. Bulgarien könnte zudem seine NATO-Partner offiziell zu Beratungen auffordern, hat diesen Schritt aber bislang nicht unternommen.

Rettungskräfte erreichten die Stelle, an der die unter der Flagge Togos fahrende Alfa Watan gesunken war, rund 70 Seemeilen östlich der Küstenstadt Byala (bulgarische Regierung). Sie fanden ein gekentertes Boot, drei umgeschlagene Rettungsinseln und Schwimmwesten, aber keine Menschen. Die Besatzung einer nahegelegenen Fähre berichtete, sie habe Luftdrohnen beobachtet, die das Schiff getroffen hätten.

Der zweite Frachter, die unter der Flagge Palaus fahrende Able, geriet in Brand. Die vorbeifahrende bulgarische Fähre Dioscuria brachte alle 18 Menschen an Bord nach Warna: elf türkische und sieben indische Staatsangehörige (BTA). Ein Mechaniker mit Verbrennungen an rund 45 Prozent seiner Körperoberfläche befand sich weiterhin in kritischem Zustand (Radio Warna).

Ein geretteter Seemann schilderte einen Schlag von unterhalb des Schiffsrumpfs (Maritime.bg). Auch deshalb vermuten die Behörden neben einer Luftdrohne eine Seedrohne.

Vorwürfe ohne öffentliche Belege

Kiew legte sich am deutlichsten fest. Wolodymyr Selenskyj sagte, ukrainische Kräfte hätten in dem Gebiet keinen Einsatz durchgeführt; der Angriff sei eine gemeinsame russische Operation mit Luft- und Seedrohnen gewesen (ukrainische Präsidentschaft). Kontakte zwischen den Marinen hätten dies bestätigt. Welche Erkenntnisse diese Gespräche erbracht hätten, legte die Ukraine nicht offen; Fragmente oder Flugbahndaten veröffentlichte sie ebenfalls nicht.

Sofia nannte mögliche Urheber, ohne sich festzulegen. Ministerpräsident Rumen Radev sagte, die Drohnen stammten entweder aus Russland oder aus der Ukraine. Verteidigungsminister Dimitar Stoyanow sprach von einem gezielten Angriff auf Handelsschiffe, erklärte aber, er könne keine der beiden Seiten als Urheber bestätigen: Es seien keine Drohnenteile geborgen worden, und niemand habe die Verantwortung übernommen (Dir.bg).

Ein drittes Schiff erschwert die Einordnung. Am 5. Oktober geriet die Royad Mammadov in Rumäniens Wirtschaftszone in Brand und sank, nachdem sie den ukrainischen Donauhafen Ismail verlassen hatte; zwei Besatzungsmitglieder starben, elf wurden gerettet (Reuters). Die rumänischen Behörden haben die Brandursache nicht genannt.

Der maritime Sicherheitsdienstleister Ambrey hält es für „höchst wahrscheinlich“, dass Russland alle drei Schiffe wegen ihrer Verbindungen zu ukrainischen Getreideexporten angegriffen habe (Ambrey). In seiner öffentlichen Mitteilung nennt das Unternehmen weder Ladungslisten noch Fragmente als Grundlage dieser Einschätzung. Moskau erklärte, in derselben Woche weitere Frachtschiffe auf dem Weg nach Odessa angegriffen zu haben, nannte aber keines der drei Schiffe (Interfax).

Die Fahrtwege stützen diese Theorie nur teilweise. Die Able war aus dem rumänischen Galați ausgelaufen, die Alfa Watan auf dem Weg zum rumänischen Sulina, die Royad Mammadov hatte Ismail verlassen. Alle drei Häfen liegen im Donaudelta und dienen dem ukrainischen Handel. Das verbindet die Schiffe mit diesen Häfen, belegt aber weder eine gemeinsame Ladung noch ein gemeinsames Angriffsmotiv. Radev sagte, vorläufigen Informationen zufolge habe die Able Weizen geladen (BNR). Stoyanow erklärte später, zu den Ladungen beider Schiffe gebe es keine gesicherten Angaben.

Die Route ist auch für Europa von Bedeutung. Laut dem Augustbericht der Europäischen Kommission entfielen seit Mai 2022 rund 40 Prozent der ukrainischen Getreide- und Ölsaatenausfuhren auf die EU-„Solidaritätskorridore“, also auf Land- und Flusswege als Alternative zu ukrainischen Seehäfen (Europäische Kommission). Die Zahlen stammen aus der Zeit vor den Angriffen und geben noch keinen Aufschluss über den Verkehr danach.

Sofia kann NATO-Partner zu Beratungen auffordern

Der Angriffsort prägt Bulgariens Reaktion. In einer ausschließlichen Wirtschaftszone hat ein Staat Rechte an Ressourcen wie Fisch und Gas; sie gehört jedoch nicht zum Staatsgebiet, und ausländische Schiffe dürfen sie frei durchfahren. Radev argumentierte, der Angriffsort außerhalb bulgarischen Hoheitsgebiets schließe Artikel 4 des NATO-Vertrags aus. Dieser räumt jedem Bündnisstaat das Recht ein, Beratungen mit den anderen zu verlangen (BNT).

Der Vertrag sieht das anders. Artikel 4 ermöglicht Beratungen, wenn ein Bündnisstaat seine territoriale Unversehrtheit, politische Unabhängigkeit oder Sicherheit bedroht sieht. Der Vertrag verlangt nicht, dass ein Angriff auf eigenem Staatsgebiet stattgefunden hat (NATO). Bulgarien erklärte, es habe das Thema bei seinen Verbündeten angesprochen. Einen formellen Antrag auf Beratungen hat das Land bislang nicht gemeldet.

Damit stehen zwei Aufgaben nebeneinander. Ermittler müssen feststellen, wer die Drohnen eingesetzt hat; Fragmente sind dafür nur eine mögliche Beweisquelle. Sofia kann jederzeit Beratungen mit den Verbündeten beantragen. Weder Kiew noch Sofia hat bislang öffentlich belegt, wer die Drohnen geschickt hat, und Bulgarien hat noch keinen solchen Antrag gestellt.

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10/7/2026, 1:39:46 AM
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