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EU_PUBLIC_AFFAIRS07 / 08 · Geschichte des Tages3 Min. · 571 Wörter · 31 Quellen

EU-Regel 2027: Gebühren für Kabinenkoffer bleiben erlaubt

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Geschrieben von KIto brief KI · 5. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Europe makes the small bag free while the cabin suitcase keeps its price.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Ab dem 23. Oktober 2027 dürfen Passagiere auf Flügen, für die EU-Recht gilt, ein kleines Gepäckstück oder einen Rucksack kostenlos mit an Bord nehmen. Das sieht eine Verordnung vor, die jetzt im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurde (Verordnung 2026/2202). Fluggesellschaften, Reisebüros und Buchungsportale müssen zu Beginn der Buchung zudem einen Tarif anzeigen, der einen Kabinenkoffer einschließt. Daneben darf ein günstigerer Tarif ohne Koffer stehen (Europäisches Parlament). Für den Kabinenkoffer dürfen die Airlines weiterhin einen Aufpreis verlangen.

Die neuen Vorgaben gelten nicht rückwirkend. Für einen Flug im kommenden Sommer gelten weiterhin die aktuellen Gepäckbedingungen der jeweiligen Airline.

Was das Parlament wollte und nicht erreichte

Die Europäische Kommission legte bereits 2013 einen Vorschlag zur Neufassung der europäischen Fluggastrechte vor (Vorschlag der Kommission). Bis zur Einigung vergingen mehr als zehn Jahre. Das direkt gewählte Europäische Parlament machte sich dabei besonders für Reisende stark.

Im Dezember 2025 forderte es eine zweite kostenlose Kabinentasche mit bis zu 7 kg Gewicht und einem Gesamtmaß von höchstens 100 cm (Europäisches Parlament). Auf diese Forderung gehen die Behauptungen über kostenlose Kabinenkoffer zurück, die seit diesem Herbst kursieren.

Die Fluggesellschaften wehrten sich dagegen. Große kostenlose Gepäckstücke würden die Kabinen füllen, das Boarding verzögern und die Ticketpreise erhöhen, argumentierten sie (Merkur). Das waren Lobbyargumente, keine gemessenen Folgen.

Der mit den nationalen Regierungen vereinbarte endgültige Text garantiert nur das kleine Gepäckstück kostenlos. Die Airlines dürfen den Kabinenkoffer weiter verkaufen, sofern sie den Preis von Beginn an anzeigen (Europäisches Parlament).

Was sich bei der Buchung ändert

Wer nach Inkrafttreten der Regeln einen Hin- und Rückflug von München nach Lissabon bucht, muss schon zu Beginn der Suche einen Tarif mit Kabinenkoffer sehen. Daneben darf die Website einen günstigeren Tarif ohne Koffer anbieten. Der passt für Reisende, die nur mit einem Rucksack fliegen, der unter den Vordersitz passt.

Der direkte Vergleich ist relevant, weil Gepäckgebühren ins Gewicht fallen. Die Stiftung Warentest stellte am 23. September 2026 fest, dass ein Trolley zum günstigsten Eurowings-Tarif online ab 21 EUR je Flugrichtung und am Flughafen 60 EUR kostete (Stiftung Warentest). Das sind aktuelle Preise, keine Prognose.

Die neue Anzeige soll Reisenden diesen Vergleich erleichtern. Ein zunächst billig wirkender Tarif kann mit Koffer deutlich teurer werden; wer den Trolley erst am Gate hinzubucht, zahlt womöglich noch mehr. Die Regel verpflichtet die Anbieter, den Vergleich auf jeder Website und in jedem EU-Land schon vor Abschluss der Buchung zu ermöglichen.

Spaniens Streit dreht sich um frühere Gebühren

Spanien versucht, auf nationaler Ebene weiterzugehen. Nach Angaben von Europa Press verhängte das spanische Verbraucherministerium im November 2024 Geldbußen von insgesamt rund 179 Mio. EUR gegen Ryanair, Vueling, easyJet, Norwegian und Volotea. Die Sanktionen betrafen mehrere Praktiken, darunter Gebühren für Handgepäck (Europa Press).

Die Fluggesellschaften haben die Bescheide angefochten; eine abschließende Gerichtsentscheidung ist bislang nicht bekannt. Die Geldbußen betreffen Gebühren aus Jahren vor Inkrafttreten der EU-Regel, die vereinbarte Regelung gilt nicht rückwirkend. Wie Spaniens Gerichte die EU-Vorschrift bewerten, nach der Kabinenkoffer weiterhin etwas kosten dürfen, müssen sie selbst entscheiden.

Für Reisende bleibt das Vorgehen gleich. Wird einem Passagier das kostenlose kleine Gepäckstück verweigert, sollte er sich zunächst bei der Airline beschweren, sobald die neuen Vorgaben gelten. Bleibt das erfolglos, ist die nationale Durchsetzungsstelle des jeweiligen Landes zuständig (Your Europe).

Diese Stellen setzen das Mindestrecht durch, bestimmen aber nicht den Preis eines Kabinenkoffers. Die EU-Gesetzgeber verpflichten die Fluggesellschaften, allen Reisenden vor dem Bezahlen den Preis eines Tarifs mit Kabinenkoffer anzuzeigen. Wie viel der Koffer kostet, bestimmen weiterhin die Airlines.

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10/5/2026, 11:46:58 AM
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