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EU_PUBLIC_AFFAIRS07 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 701 Wörter · 50 Quellen

Europas Rüstungsmanager sichern sich stärker ab

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Geschrieben von KIto brief KI · 12. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Small drone makers face a growing bill for protecting their people.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Für Europas Rüstungsindustrie hat sich die Sicherheitslage verändert: Vertreter von fünf europäischen Nachrichtendiensten hätten der Financial Times zufolge erklärt, Russland verstärke seine Bemühungen, Vorstandschefs und leitende Mitarbeiter europäischer Rüstungsunternehmen zu töten. Die Zeitung veröffentlichte ihre Recherche am 11. Oktober (Financial Times). Die Führungskräfte sagten, die Warnungen hätten ihre Schutzmaßnahmen verändert; auf der Liste stünden neben großen Rüstungskonzernen auch kleine Drohnen- und Komponentenhersteller. Öffentliche Belege dafür, dass die Drohungen Lieferungen an die Ukraine verzögert haben, gibt es nicht.

Was die Warnung besagt

Die Nachrichtendienstvertreter führten einen großen Teil der Planungen auf den GRU, Russlands Militärgeheimdienst, zurück. Die Anschlagspläne seien über Ländergrenzen hinweg aufgeteilt: Überwachung, Logistik und Angriff würden von unterschiedlichen Personen in verschiedenen Staaten übernommen. Träfe diese Darstellung zu, wäre die Aufklärung schwieriger, weil jede nationale Polizei womöglich nur einen Ausschnitt sähe, der für sich genommen harmlos wirke.

Die Financial Times nannte die Nachrichtendienste nicht und legte die Erkenntnisse nicht offen. Ein Beamter sagte, schon die Angst erfülle Moskaus Zweck. Unternehmen könnten ihre Zusammenarbeit mit der Ukraine überdenken, selbst wenn es nie zu einem Anschlag komme.

Deutschland hat die Gefahren für die Rüstungsindustrie am deutlichsten öffentlich als hoch eingestuft. In einer schriftlichen Antwort an den Bundestag vom 2. September stufte Berlin die Bedrohung der Verteidigungsindustrie als hoch ein (Bundestagsantwort). Die Antwort hob Unternehmen hervor, die mit der Ukraine zusammenarbeiten, und erklärte, Anschläge auf einzelne Führungskräfte seien nicht auszuschließen.

Sinan Selen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), warnte die Abgeordneten bei einer Anhörung am 5. Oktober, Russland sei bereit, Sabotageakte zu verüben und Menschen zu töten (Bundestag). Das ist eine staatliche Bedrohungseinschätzung. Sie bestätigt nicht die konkreten Pläne, über die die Financial Times berichtet.

Ein früherer Anschlagsplan und ein Spionagefall

Armin Papperger leitet Rheinmetall, einen der größten Waffenlieferanten der Ukraine. US-Medien berichteten im Juli 2024 über Erkenntnisse zu einem russischen Plan, ihn zu töten. Die Bundesregierung erklärte, sie nehme die Berichte ernst; Rheinmetall bestätigte einen konkreten Anschlagsplan nicht (Reuters). Papperger sagte der Financial Times, er werde inzwischen von Polizei und privaten Sicherheitskräften geschützt.

Die deutlichsten gerichtlich dokumentierten Hinweise auf russisches Interesse an Führungskräften der Rüstungsindustrie stammen aus Bayern. Am 24. März 2026 teilte der Generalbundesanwalt mit, zwei Verdächtige festgenommen zu haben, die seit Dezember 2025 für einen ausländischen Nachrichtendienst spioniert haben sollen (Generalbundesanwalt). Ihr mutmaßliches Ziel sei eine Person gewesen, die Drohnen aus Deutschland in die Ukraine liefere.

Deutsche Medien identifizierten diese Person als Stefan Thumann, Geschäftsführer des Drohnenherstellers Donaustahl. Er habe seither auf einige Fachmessen verzichtet und seinen Schutz verstärkt. Der Fall zeigt die Überwachung eines Zulieferers, nicht einen Mordplan. Wie die ZEIT berichtete, enthalten die Haftbefehle keinen Mordvorwurf (ZEIT).

Wer für den Schutz bezahlt

Unternehmen tragen die Kosten für den Schutz ihrer Beschäftigten selbst, wobei kleinere Zulieferer diese Ausgaben schwerer verkraften können. Mehrere Führungskräfte hätten der Financial Times zufolge auf Empfehlung staatlicher Stellen in den vergangenen sechs Monaten ihren persönlichen Schutz verstärkt; das BfV habe Unternehmen zudem geraten, private Personenschutzteams zu engagieren (Financial Times).

Die EU bietet dabei wenig direkte Unterstützung. Europol, die Polizeibehörde der EU, kann Erkenntnisse grenzüberschreitend auswerten und weitergeben; für Personenschutz und Festnahmen sind jedoch die nationalen Behörden zuständig (EUR-Lex). Eine Bedrohung, die über mehrere Länder hinweg organisiert wird, trifft damit auf Unternehmen, die jeweils mit den Behörden eines einzelnen Staates zu tun haben.

Diese Zuständigkeit verteilt die Last ungleich. Ein Konzern wie Rheinmetall kann die Zusammenarbeit mit der Polizei und private Sicherheitskräfte finanzieren. Ein spezialisierter Drohnen- oder Komponentenhersteller muss ähnliche Kosten bei deutlich geringeren Umsätzen tragen. Zugleich läuft ein großer Teil der europäischen Waffenproduktion für die Ukraine über solche Unternehmen in mehreren Ländern.

Ein Manager berichtete der Financial Times, ein Unternehmen habe wegen russischer Drohungen einen Produktionsstandort in Westeuropa verlegt. Er nannte weder das Unternehmen noch den Standort oder einen möglichen Produktionsausfall.

Nach eigener Aussage haben die Führungskräfte ihre Reisegewohnheiten und Schutzmaßnahmen geändert; in einem nicht näher bezeichneten Fall sei auch ein Produktionsstandort verlegt worden. Öffentlich gibt es bislang keinen Beleg dafür, dass wegen dieser Drohungen eine Waffe, ein Bauteil oder eine Lieferung an die Ukraine ausgefallen wäre. Da Berlin die ausführlichsten öffentlichen Warnungen veröffentlicht hat, kann die Bundesregierung am ehesten Auskunft geben, ob ein Vorfall die Produktion beeinträchtigt hat. Öffentlich hat sie dazu bislang keine Angaben gemacht.

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10/12/2026, 1:35:59 AM
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