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EU_ECONOMICS04 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 742 Wörter · 46 Quellen

Jørgensen: Europas Energie-Mehrkosten über 100 Mrd. EUR

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Geschrieben von KIto brief KI · 30. September 2026, 02:50
Wie sie entstand

Gas keeps arriving; Europe’s bill grows before winter begins.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Die Sorge vor dem Winter gilt derzeit vor allem den Kosten, nicht einer Versorgungslücke. Der EU-Energiekommissar Jørgensen sagte am 29. September in Dublin, Europa habe in diesem Jahr mehr als 100 Mrd. EUR zusätzlich für Energie bezahlt, „ohne dafür auch nur ein zusätzliches Molekül Gas oder Öl erhalten zu haben“ (Commission recording). Die informelle Tagung der Energieminister endete ohne gemeinsame Erklärung und ohne verbindliche Maßnahme (Irish Presidency).

Die Zahl stammt von Jørgensen selbst und umfasst Öl und Gas. Er nannte weder die zugrunde gelegten Vergleichspreise noch die Importmengen, weshalb die Schätzung eher als politische Zahl denn als geprüfte Abrechnung zu verstehen ist (RTÉ).

Genug Gas, aber zu höheren Preisen

Eine Knappheit läge vor, wenn Abnehmer überhaupt kein Gas bekämen. Bei einem Preisschock bleiben Lieferungen verfügbar, werden aber teurer; nach Einschätzung der Verantwortlichen ist derzeit Letzteres der Fall. Die Gas-Koordinierungsgruppe der Europäischen Kommission habe die Versorgung am 25. September trotz Speicherständen unter dem historischen Niveau als stabil bewertet (European Commission).

Die EU-Speicher waren am 27. September zu 71,16 Prozent gefüllt; ein Jahr zuvor waren es 82,3 Prozent (GIE AGSI, APA). Niedrigere Speicherstände bedeuten nicht, dass Haushalte ohne Gas bleiben, denn Speicher sind nur eine von mehreren Bezugsquellen. Die Bundesnetzagentur schätze das Risiko einer angespannten Versorgung als gering ein, weil weiterhin Gas durch Pipelines und als Flüssigerdgas (LNG, verflüssigtes und per Tanker transportiertes Gas) ankomme (DW).

Der Kostendruck entsteht durch den Wettbewerb um die Tankerladungen. Störungen im Umfeld der Straße von Hormus haben das weltweite LNG-Angebot verknappt, weshalb europäische Abnehmer schärfer mit asiatischen Käufern um jede verfügbare Ladung konkurrieren (Columbia University). Der TTF, Europas maßgeblicher Großhandels-Referenzpreis für Gas, lag am 29. September bei rund 73 EUR je Megawattstunde, verglichen mit etwa 33 EUR vor der Eskalation des Kriegs Ende Februar (La Stampa). Der Gaspreis erklärt nur einen Teil von Jørgensens Schätzung, in die auch Öl einfließt.

Wer die höheren Preise zuerst zu spüren bekommt

Unternehmen, die Gas zu Marktpreisen beziehen, spüren den Anstieg zuerst. Auf den Strommarkt schlägt er durch, weil in Europas Großhandelsmärkten typischerweise alle Anbieter einer Stunde den Preis des teuersten Kraftwerks erhalten, das zur Deckung der Nachfrage noch benötigt wird; häufig ist das ein Gaskraftwerk (Columbia University). Wind-, Solar- und Atomkraftwerke, die in dieser Stunde Strom einspeisen, erzielen ebenfalls den höheren Preis, den letztlich die Stromkunden bezahlen.

Wie schnell höhere Großhandelspreise die Haushalte erreichen, hängt von ihren Verträgen ab. Regulierte Tarife und Festpreisverträge verzögern den Anstieg, bis sie angepasst werden. Jørgensen hob die knapp 50 Millionen Europäer hervor, die nach seinen Angaben selbst in einem normalen Winter ihre Wohnungen nicht ausreichend heizen könnten (Euronews).

Preise wirken auch über die Grenzen hinweg, allerdings nicht überall gleich. Italiens Energieminister Gilberto Pichetto Fratin zufolge sei die Gasversorgung seines Landes ausreichend; er warne jedoch, dass die deutsche Speicherbefüllung die Kosten für italienische Industrieunternehmen und Stromerzeuger erhöhen könnte (Corriere).

Weniger einkaufen, aber ohne verbindliche Vorgaben

Regierungen können den Preisdruck mindern, indem sie weniger Gas einkaufen, müssen dafür aber einen kleineren Sicherheitspuffer hinnehmen. Die Kommission hatte die Hauptstädte aufgefordert, die Befüllungsvorgaben zu lockern, damit ein Beschaffungswettlauf die Preise nicht weiter nach oben treibt. Wir hatten berichtet, dass die niederländische Regierung noch über ihre Reaktion beriet (To Brief).

Am 11. September teilte die niederländische Regierung mit, sie habe das Füllziel für die Wintervorräte auf 64 Prozent beziehungsweise rund 93 Terawattstunden gesenkt. Das Ziel liege über den rund 70 Terawattstunden, die in den fünf vorangegangenen Wintern im Durchschnitt entnommen worden seien (Dutch government). Die Regierung erklärte, das neue Ziel decke einen durchschnittlichen Winter ab. Gasunie, der staatliche Gasnetzbetreiber, wies darauf hin, das frühere Ziel sei auf den kältesten Winter seit drei Jahrzehnten ausgelegt gewesen (Gasunie). Weniger Einkauf kann den Preisdruck mindern, lässt aber weniger Reserve für eine starke Kälteperiode.

Aus Dublin ging auf EU-Ebene nichts Vergleichbares hervor. Der Bericht der irischen Ratspräsidentschaft führe Beratungen über Bezahlbarkeit, Innovation und Versorgungssicherheit auf, aber kein verbindliches Ergebnis (Irish Presidency). Jørgensen habe die Regierungen aufgefordert, den Gasverbrauch und die Stromnachfrage in Spitzenlastzeiten zu senken; das seien Appelle, keine Pflichten (Commission recording).

Die Behörden bewerten die Versorgung als stabil, während Gas im Großhandel mehr kostet als vor der Eskalation des Kriegs und die Minister Dublin ohne verbindliche Entlastungsmaßnahme verließen. Unternehmen, die Gas zu Marktpreisen beziehen, trifft der Anstieg zuerst; Haushalte spüren ihn, sobald ihre Verträge angepasst werden. Wie hoch die Winterrechnung ausfällt, ist offen, und die Kommission muss weiterhin erklären, wie ihre Schätzung von 100 Mrd. EUR zustande kam (RTÉ).

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9/30/2026, 1:52:45 AM
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