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EU_ECONOMICS02 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 706 Wörter · 43 Quellen

Frankreichs 340-Milliarden-Euro-Umschuldung wird teurer

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Geschrieben von KIto brief KI · 30. September 2026, 02:50
Wie sie entstand

France replaces old bonds as higher borrowing costs settle in.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Die französische Staatsverschuldung steigt weiter, und ihre Finanzierung wird teurer. Frankreich will 2027 mittel- und langfristige Anleihen im Umfang von 340 Mrd. EUR verkaufen – laut französischen Medien ein Rekord (RFI). Ein großer Teil der Einnahmen dient der Rückzahlung älterer Anleihen und erhöht die Staatsschulden daher nicht zusätzlich. Die Finanzierung verteuert sich trotzdem: Frankreich muss für jede neue Anleihe inzwischen höhere Zinsen bieten, was sich über Jahre in den Schuldenkosten niederschlägt.

Warum ein Rekordverkauf nicht zu einem Rekordanstieg der Schulden führt

Die Agence France Trésor (AFT), die die Kreditaufnahme des französischen Zentralstaats verwaltet, weist ihr Programm nach Abzug von Rückkäufen aus. Sie zieht Anleihen ab, die sie vorzeitig zurückkauft, nicht aber jene, die im Laufe des Jahres fällig werden. Reuters zufolge soll das Ziel gegenüber den 310 Mrd. EUR in diesem Jahr vor allem deshalb steigen, weil nun Anleihen aus der Pandemiezeit zurückgezahlt werden müssen (Reuters via Boursorama).

Eine neue Anleihe auszugeben, um eine fällige zurückzuzahlen, ist eine Anschlussfinanzierung: Der Staat wälzt bestehende Schulden um. Das Emissionsvolumen ist hoch, doch die geschuldete Summe verändert sich dadurch kaum. So kann der Anleiheverkauf wachsen, während die Regierung zugleich ein sinkendes Defizit in Aussicht stellt.

Defizitzahlen geben darüber nur begrenzt Aufschluss. Sie umfassen die gesamten öffentlichen Finanzen Frankreichs, also auch die Sozialversicherung und die Kommunen. Die AFT verkauft dagegen Anleihen für den Zentralstaat allein. Die Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu rechnet damit, dass das gesamtstaatliche Defizit – Ausgaben abzüglich Einnahmen – von 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), der jährlichen Wirtschaftsleistung, im Jahr 2026 auf 5,0 Prozent im Jahr 2027 sinke (Les Echos Investir). Die Zahlen zeigen die Richtung, lassen aber nicht erkennen, welcher Teil des AFT-Programms zusätzliche Schulden schafft. Die hier geprüften veröffentlichten Angaben weisen diese Aufteilung nicht aus.

Die Schuldenquote steigt dennoch weiter: von etwa 119,3 Prozent des BIP auf einen für 2027 erwarteten Rekordwert von 121,7 Prozent (Le Monde), wie bereits berichtet (To Brief). Anfang 2026 schätzte die Cour des comptes, Frankreichs unabhängiger Rechnungshof, das Defizit müsse auf etwa 2,8 Prozent des BIP sinken, damit die Schuldenquote überhaupt stabil bleibe (Cour des comptes).

Anleger kaufen weiterhin, aber zu einem höheren Preis

Bei einer Auktion am 3. September überstieg die Nachfrage nach einer 2036 fälligen Anleihe das angebotene Volumen um das 2,28-Fache. Die Zuteilungsrendite, also die von Anlegern verlangte jährliche Verzinsung, stieg dennoch auf 4,23 Prozent gegenüber 3,90 Prozent bei der Augustauktion (Boursorama).

Ein großer Teil des Renditeanstiegs betrifft offenbar den gesamten Euroraum. Am 10. September hob die EZB ihren Einlagensatz, der als Orientierung für andere Finanzierungskosten dient, auf 2,50 Prozent an (EZB). Höhere Leitzinsen verteuern die Kreditaufnahme für alle Regierungen.

Die Daten der EZB stützen diese Einordnung. In ihrem Bulletin vom 24. September stellte sie fest, die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen im Euroraum sei im Beobachtungszeitraum um 45 Basispunkte (Hundertstel eines Prozentpunkts) gestiegen, während die Renditeaufschläge – die Abstände zu den deutschen Renditen – weitgehend stabil geblieben seien (EZB). Frankreichs Aufschlag gegenüber Deutschland weitete sich in diesem Zeitraum nicht aus. Er kommt zum allgemeinen Renditeanstieg hinzu und steckt in jeder neuen französischen Anleihe.

Wer zahlt – und wie langsam

Die höheren Zinsen schlagen schrittweise auf den Haushalt durch. In früheren Berichten schätzte der französische Senat die durchschnittliche Laufzeit französischer Staatsanleihen auf mehr als acht Jahre. Bei dauerhaft höheren Zinsen veranschlagte er einen Anstieg der Zinskosten um rund 3,2 Mrd. EUR im ersten Jahr und 23,5 Mrd. EUR innerhalb von fünf Jahren (französischer Senat, französischer Senat). Jede fällige Anleihe, die heute zu höheren Renditen refinanziert wird, erhöht die Rechnung ein wenig; mit der Zeit summieren sich diese Mehrkosten.

Die Steuerzahler tragen die zusätzlichen Kosten in den kommenden Jahren. Käufer neuer französischer Anleihen sichern sich höhere Renditen. Besitzer älterer Anleihen mit geringerer Verzinsung verlieren dagegen, weil deren Marktwert sinkt, wenn neue Papiere mehr abwerfen.

Die Rekordmeldung lässt das Wachstum der französischen Schulden schneller erscheinen, als es ist, weil ein großer Teil des Emissionsprogramms der Refinanzierung von Pandemieanleihen dient. Die Auktion zeigt, dass Frankreich weiterhin Käufer findet, dafür aber mehr zahlen muss. Das wird die Zinslast schrittweise erhöhen, während ältere Schulden ersetzt werden. Eine einzelne Auktion legt den weiteren Verlauf nicht fest: Die Renditen hängen von der EZB-Politik, den allgemeinen Entwicklungen im Euroraum und davon ab, ob die von Lecornu vorgeschlagenen Einsparungen im Parlament Bestand haben (Public Sénat).

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9/30/2026, 1:51:15 AM
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