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EU_ECONOMICS15 / 18 · Geschichte des Tages3 Min. · 621 Wörter · 27 Quellen

Ungarn schreibt 700 MW für EU-Gelder aus

Geschrieben von KIto brief AI · 25. Juni 2026, 03:50
Wie sie entstand

Hungary’s ambitious wind energy targets rest on a massive accumulation of required institutional reforms.

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der Text · 3 Min. Lesezeit

Ungarns Windkraft ist seit 2016 praktisch stehen geblieben: Die installierte Leistung liegt bei rund 330 MW, in Europa kaum mehr als eine Randgröße (Telex). Bewegung kommt nun nicht aus der ungarischen Energiepolitik selbst, sondern aus Brüssel. Die Europäische Kommission billigte am 19. Juni rund 10 Mrd. EUR für Ungarn, mehr als die Hälfte davon für Klimaziele (Euronews, Portfolio). Der Preis dafür ist hoch: Ausgezahlt wird erst, wenn Budapest Regeln und Infrastruktur seines Stromsystems verändert.

Das Netz, nicht die Turbinen

Energieminister István Kapitány kündigte am 24. Juni eine Ausschreibung für mindestens 700 MW neue Windkraftleistung an; die Entwürfe sollen Mitte Juli in die öffentliche Konsultation gehen (444). Schon diese eine Runde würde den bestehenden ungarischen Windpark mehr als verdoppeln. Bis 2030 peilt die Regierung bis zu 4 GW an, wobei ungarische Medien zu Recht darauf hinwiesen, dass Windleistung die maximale Einspeisung unter günstigen Bedingungen meint, nicht die stetige Produktion eines Kernkraftwerks (VG, 24.hu).

Neue Turbinen helfen wenig, wenn das Netz sie nicht aufnehmen kann. In derselben Woche stellte die Regierung 479,7 Mrd. HUF für Netzausbau und 53,3 Mrd. HUF für intelligente Zähler bereit, also digitale Messgeräte, die nicht nur den Verbrauch erfassen, sondern auch den Zeitpunkt des Verbrauchs (Telex). Nach Regierungsangaben könne das modernisierte Netz mehr als 4.800 MW an neuen erneuerbaren Anschlüssen tragen (Budapest Times).

Der Engpass liegt nicht nur in Ungarn in den Leitungen. Polen lenkt mehr als 61 Mrd. PLN aus einem Energiefonds von 67,2 Mrd. PLN in Netze statt in neue Kraftwerke (GramwZielone). Rumänien hat bereits rund 12,97 Mrd. EUR aus dem Wiederaufbaufonds erhalten, kämpft aber weiter mit erheblichen Rückständen bei Netzanschlüssen (European Commission Romania).

Was Brüssel tatsächlich finanziert

Die Kommission bezahlt nicht nur Kabel und Umspannwerke. Ungarns überarbeiteter Plan verlangt auch Änderungen der Strommarktregeln: Netzentgelte sollen reformiert werden, also die Frage, wer die Kosten neuer Anschlüsse und des Netzunterhalts trägt. Hinzu kommt eine dynamische Preisbildung, bei der Strom je nach Tageszeit unterschiedlich kostet, damit Verbraucher dann mehr nutzen, wenn Wind- und Solaranlagen viel produzieren (Portfolio).

Das Ganze läuft über die Aufbau- und Resilienzfazilität der EU, den Corona-Wiederaufbaufonds, aus dem Regierungen Geld erst nach vereinbarten Reformschritten erhalten (ECA). Ein eigenes Energieversorgungskapitel, REPowerEU, lenkt rund 704,5 Mio. EUR in die Netzentwicklung; finanziert wird es teilweise aus Erlösen des europäischen CO2-Zertifikatehandels (European Commission). Ausgezahlt wird dennoch nichts, solange Budapest Vorgaben zu Korruptionsbekämpfung, Vergabetransparenz und richterlicher Kontrolle nicht erfüllt (Euronews).

Zuerst profitieren Netzbetreiber und Windentwickler, weil sie EU-gestützte Finanzierung und zugesicherte Anschlusskapazitäten erhalten. Haushalte profitieren später, aber nur dann, wenn intelligente Zähler, neue Tarife und Stromanbieter es ihnen tatsächlich ermöglichen, Verbrauch in günstigere Stunden zu verschieben. Gelingt das nicht, landen die Netzkosten früher auf der Stromrechnung als mögliche Einsparungen durch erneuerbare Energien. Europäische Steuerzahler finanzieren die Zuschüsse über gemeinsame EU-Schulden; ungarische Steuerzahler tragen die Rückzahlung der Darlehen.

Der erste Test kommt im Juli

Ungarn hat seine Mittel aus der Aufbau- und Resilienzfazilität bisher kaum abgerufen und liegt deutlich unter dem EU-weiten Auszahlungsdurchschnitt. Die Billigung des Plans schließt diese Lücke also noch nicht.

Ein Governance-Risiko fällt besonders auf. Ein Teil der Netzmittel könnte über die staatliche Entwicklungsbank MFB als große Einzelüberweisung laufen. Brüssel würde damit eine umfangreiche Auszahlung genehmigen, bevor sichtbar wäre, ob die darunterliegenden Einzelprojekte sauber gesteuert werden (Hungarian Conservative). Diese Konstruktion könnte die projektbezogenen Kontrollen schwächen, auf die die Kommission selbst verweist.

Die Ausschreibungsentwürfe für die Windkraft, erwartet Mitte Juli, werden deshalb zum ersten konkreten Test: Wer darf bieten, wie werden Anschlussrechte vergeben, und hat unabhängige Aufsicht tatsächlich Durchgriff? EU-Geld hat Ungarn auf einen Pfad gebracht, den ein Jahrzehnt Innenpolitik nicht hervorgebracht hat. Entscheidend ist nun, ob Ausschreibungsregeln und Ausgabenkontrollen gebaute Infrastruktur erzwingen oder nur den Geldfluss ermöglichen, ohne die daran geknüpfte Rechenschaft durchzusetzen.

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6/25/2026, 3:40:50 AM
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