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EU_PUBLIC_AFFAIRS02 / 05 · Geschichte des Tages3 Min. · 609 Wörter · 35 Quellen

Meridiam hält Mehrheit, Kabel wartet

Geschrieben von KIto brief AI · 24. August 2026, 02:50
Wie sie entstand

New ownership cannot yet put the cable into contested waters.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Zwischen Kreta und Zypern arbeitet weiter kein Vermessungsschiff am Meeresboden. Drei Wochen nachdem ein französischer Infrastrukturfonds die Mehrheit an dem Kabelprojekt übernommen hat, das Zyperns elektrische Isolation beenden soll, bleibt die entscheidende Baustelle leer. Der Great Sea Interconnector (GSI) hat nun einen neuen Mehrheitseigner. Offen ist aber weiter, wer die restlichen Kosten trägt und wer die Arbeiten auf See tatsächlich wieder in Gang bringt.

Was Meridiam gekauft hat

Am 5. August teilte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis mit, Meridiam werde 66 Prozent an der GSI-Projektgesellschaft übernehmen. Der Pariser Infrastrukturinvestor steigt damit mehrheitlich in das Vorhaben ein; der griechische Übertragungsnetzbetreiber ADMIE, der das Hochspannungsnetz des Landes betreibt, behält 34 Prozent und bleibt technischer Projektführer (Greek PM, Capital, Politis).

Das ist zunächst eine Änderung der Eigentümerstruktur, kein Baufortschritt. Kaufpreis, Zusammensetzung des Verwaltungsrats und die Frage, wer Kostensteigerungen auffängt, waren öffentlich nicht auffindbar (Dnews). Mit Meridiam als Sponsor und Nexans als Kabelauftragnehmer sitzen nun zwei französische Unternehmen im Projekt. Das verschafft Paris kommerziellen Einfluss auf die Trasse, ersetzt aber keine gesicherte Finanzierung.

Das Projektvolumen liegt bei rund 1,9 Mrd. EUR. Aus der Connecting Europe Facility, dem EU-Förderinstrument für grenzüberschreitende Energieverbindungen, kommen etwa 657 Mio. EUR (Enerdata, Balkan Green Energy News). Der Rest, also mehr als 1 Mrd. EUR, müsste über Investoren, Kreditgeber und langfristig über Stromtarife finanziert werden. Ein berichteter Finanzierungsantrag bei der Europäischen Investitionsbank über rund 1 Mrd. EUR befindet sich noch in der Prüfung, ist also kein bewilligtes Darlehen (Proto Thema, CNA).

Zypern bekommt das Kabel — und einen großen Teil der Rechnung

Zypern dürfte durch die Verbindung erstmals an das europäische Stromnetz angebunden werden. Ein erheblicher Teil der Kosten landet jedoch bei zyprischen Verbrauchern. Nach den EU-Regeln zur Kostenverteilung grenzüberschreitender Energieprojekte entfallen rund 63 Prozent des Abschnitts Griechenland-Zypern auf Zypern; bezahlt würde das nicht sofort aus dem Staatshaushalt, sondern über künftige Netzentgelte und Stromtarife (Politis, Kathimerini Cyprus).

Die Spannung verschärft sich, weil Ausgaben und anerkannte Kosten auseinanderfallen. ADMIE erklärt, bereits rund 251 Mio. EUR ausgegeben zu haben. Die zyprischen Regulierungsbehörden haben bislang aber nur etwa 82 Mio. EUR anerkannt. Diese Differenz dürfte direkt in künftige Tarifstreitigkeiten eingehen (Proto Thema). Energieminister George Papanastasiou sagt, Nikosia warte die Prüfung der Europäischen Investitionsbank ab, bevor der Staat über eine Eigenkapitalbeteiligung entscheide (SigmaLive). Die Oppositionsparteien AKEL und DISY verlangen die vollständige Offenlegung der Vereinbarung zwischen Meridiam und ADMIE sowie der gesamten Verpflichtungen Zyperns (Kathimerini Cyprus).

Auch den eigenen Beitrag von 125 Mio. EUR knüpft Zypern Berichten zufolge an sichtbaren Fortschritt auf See: eine NAVTEX, also eine maritime Mitteilung, die Vermessungsschiffen Arbeiten in internationalen Gewässern ermöglicht, und die Wiederaufnahme der Untersuchungen am Meeresboden (Capital). Bis Mitte August war keine bestätigte NAVTEX veröffentlicht worden (Philenews).

Was das Kabel prüft

Der GSI ist mehr als ein einzelnes Seekabel. Er zeigt, ob ein EU-Prioritätsstatus und EU-Zuschüsse ausreichen, um Infrastruktur tatsächlich zu bauen, wenn die Route durch Gewässer führt, die die Türkei politisch bestreitet, mehrere nationale Regulierer über Tarife entscheiden müssen und die Finanzierung noch nicht vollständig steht. Die Zuständigkeiten sind dabei klar verteilt: Meridiam kontrolliert die Projektgesellschaft, ADMIE führt technisch, zyprische Regulierer bestimmen, wie viel Verbraucher zahlen, die Europäische Investitionsbank entscheidet über einen Kredit, und ohne NAVTEX kommen keine Vermessungsschiffe aufs Wasser. Jeder dieser Punkte kann das Projekt aufhalten.

Berichten zufolge stimmen sich Mitsotakis, der zyprische Präsident Nikos Christodoulides und Emmanuel Macron über eine Wiederaufnahme der Vermessungen ab, möglicherweise mit französischen Schiffen (Les Echos). Eine französische Staatsgarantie war öffentlich nicht auffindbar. Der nächste belastbare Nachweis wäre daher keine weitere Eigentümermeldung, sondern eine NAVTEX-Nummer, ein Schiffsname und Vermessungstechnik im Wasser zwischen Kreta und Zypern. Bis dahin hat das Projekt seine Eigentümerstruktur verbessert, aber seinen Bau nicht vorangebracht.

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8/24/2026, 1:48:35 AM
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