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EU_PUBLIC_AFFAIRS03 / 08 · Geschichte des Tages3 Min. · 655 Wörter · 146 Quellen

Pentagon zieht 5,000 Soldaten ab

Geschrieben von KIto brief AI · 31. Mai 2026, 03:50
Wie sie entstand

Europe is spending billions on hardware, but the specialized systems remain out of reach.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Europas militärische Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zeigt sich nicht zuerst an der Zahl amerikanischer Soldaten, sondern an den Fähigkeiten, ohne die moderne Streitkräfte kaum einsatzfähig sind. Genau dort setzt der Kurswechsel des Pentagons nun an: 5.000 Soldaten sollen Deutschland verlassen, eine Panzerbrigade wurde während der Verlegung nach Polen gestrichen, sämtliche U-Boot-Zusagen an die Nato entfallen. Binnen eines Monats baute Washington Verpflichtungen zurück, die über Jahrzehnte entstanden waren.

Am 30. Mai flog US-Verteidigungsminister Pete Hegseth nach Singapur und machte den Europäern beim Shangri-La Dialogue, Asiens wichtigstem Sicherheitsforum, deutlich, dass weitere Einschnitte folgen dürften. Verbündete, die sich weigerten, „ihr eigenes Gewicht zu tragen“, müssten mit einer klaren Veränderung der amerikanischen Arbeitsweise rechnen, warnte er. Für die Nato stellte er „erhebliche Entscheidungen“ in Aussicht.

Die europäischen Hauptstädte reagieren mit Verteidigungshaushalten in Rekordhöhe. Frankreich legt bis 2030 36 Mrd. EUR zusätzlich auf. Polen unterzeichnete binnen drei Tagen Rüstungsverträge über 113 Mrd. Zloty. Spanien bindet 5 Mrd. EUR für Luftverteidigung. Das Geld ist also vorhanden. Entscheidend ist, welche Fähigkeiten damit tatsächlich entstehen.

Die Systeme, die kaum jemand sieht

Washington zieht vor allem jene Systeme ab, die moderne Armeen erst arbeitsfähig machen: Flugzeuge für elektronische Kampfführung, die feindliches Radar stören; Maschinen zur Unterdrückung gegnerischer Luftabwehr; weitreichende Präzisionswaffen; Tankflugzeuge, die Kampfjets in der Luft halten. Am 22. Mai unterrichtete das Pentagon Nato-Vertreter über Kürzungen am Nato Force Model, dem eingestuften Planungsrahmen, mit dem nationale Kräfte für Krisenfälle vorab zugeordnet werden. Die Zusagen für Kampfflugzeuge wurden um ein Drittel gekürzt, jene für strategische Bomber halbiert, U-Boote vollständig gestrichen. Europa hat dafür keinen sofort verfügbaren Ersatz.

Der EA-18G Growler, ein Jet der US-Marine, der gegnerisches Radar stört und Korridore für alliierte Kampfflugzeuge öffnet, hat kein europäisches Gegenstück. Europäische Unternehmen bauen zwar einzelne Komponenten, doch kein Staat hat daraus bisher eine eigene fliegende Plattform für elektronische Kampfführung entwickelt.

Bei weitreichenden Präzisionsschlägen ist die Lücke ähnlich groß. Nachdem Washington die Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern in Deutschland gestrichen hatte, räumte Verteidigungsminister Boris Pistorius ein, dieser Schritt reiße „diese Fähigkeitslücke wieder auf“. Europäische Flugkörper erreichen 500 Kilometer. Die Tomahawk kommt auf 1.600 Kilometer. Alternativen des ELSA-Konsortiums aus Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Schweden und Großbritannien werden nach bisherigem Stand erst Mitte der dreißiger Jahre verfügbar sein.

Panzer ohne Augen

Was kaufen die Europäer mit dem neuen Geld? Vor allem konventionelles Großgerät. Polens Verträge umfassen K2-Panzer, M1A2 Abrams, F-35-Kampfflugzeuge und Haubitzen, also Plattformen, die gerade auf jene amerikanischen Unterstützungsfähigkeiten angewiesen sind, die Washington nun zurücknimmt. Spanien investiert 5 Mrd. EUR in amerikanische Patriot- und NASAMS-Systeme und vertieft damit die Abhängigkeit von der US-Industrie, während es Washington zugleich den Zugang zu Stützpunkten für Iran-Operationen verweigerte.

Frankreich ist teilweise die Ausnahme. Paris entwickelt einen eigenen Raketenwerfer, der das amerikanische HIMARS-System ersetzen soll, und hat die Munitionsproduktion um 53 Prozent erhöht. Doch amerikanische Exportkontrollen für Raketenteile tauchen weiterhin in Systemen auf, die Paris als souverän bezeichnet. Ein eigener Raketenwerfer schafft eben nur begrenzte Unabhängigkeit, wenn die Steuerungschips aus Texas kommen.

Eine Lücke, die Geld allein nicht schließt

Die Kürzungen des Pentagons werden Anfang Juni auf der Nato Force Sourcing Conference formal greifbar. Dort muss jeder europäische Verbündete erklären, welche Lücken er schließen kann, wenn Washington seine Zusagen zurücknimmt. Die Ersatzlösungen auf dem Papier, GlobalEye-AWACS-Flugzeuge, ELSA-Flugkörper für weitreichende Schläge und Deutschlands Ziel von 260.000 aktiven Soldaten nach derzeit 186.000, kommen frühestens 2029.

Estland und Lettland, gemessen je Einwohner unter den größten Verteidigungsausgebern der Nato, haben offen ausgesprochen, was viele Regierungen lieber umschreiben: Europa bewegt sich zu langsam in Richtung Einsatzbereitschaft. Die SAFE-Kreditfazilität der EU über 150 Mrd. EUR, also zinsgünstige, EU-gestützte Kredite für gemeinsame Rüstungsbeschaffung, wurde für genau diesen Moment geschaffen. Polen zog am 29. Mai die erste Tranche. Doch die Ausrüstung, die damit gekauft wird, muss erst produziert, zugelassen und in die Truppe eingeführt werden.

Die europäischen Verbündeten tun, was Washington seit Jahren verlangt: Sie geben mehr Geld für Verteidigung aus. Was sie damit nicht sofort zurückkaufen können, sind Fähigkeiten, die über Jahrzehnte an die Vereinigten Staaten ausgelagert wurden. Anfang Juni muss auf der Force Sourcing Conference jeder Verbündete seinen Namen neben jene Lücken setzen, die er füllen kann. Viele Zeilen dürften leer bleiben.

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5/31/2026, 3:05:41 AM
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