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TECH_SCIENCE09 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 635 Wörter · 25 Quellen

Schweizer Gletscher verlieren 5,5 Prozent Volumen

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Geschrieben von KIto brief KI · 2. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Swiss rivers draw summer water from a shrinking store of ice.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

In heißen, trockenen Sommern stützen Gletscher die Flüsse aus den Alpen: Sie geben Wasser ab, das über viele Winter als Schnee fiel und im Eis gespeichert wurde. 2025/26 griff die Schweiz stark auf diesen Vorrat zurück. Ihre Gletscher verloren im Gletscherjahr rund 5,5 Prozent ihres Volumens, etwa 2,5 Kubikkilometer Eis (NZZ); binnen fünf Jahren summiert sich der Verlust auf fast 20 Prozent (GLAMOS/SLF).

Die Zahlen stammen von GLAMOS, dem Schweizer Gletschermessnetz, das mit der ETH Zürich sowie den Universitäten Freiburg und Zürich zusammenarbeitet. Das Netzwerk veröffentlichte sie am 1. Oktober über die Schweizerische Akademie der Naturwissenschaften (ETH Zürich). Niemand wiegt sämtliche Gletscher: Forschende untersuchten 23 Referenzgletscher genau und rechneten die Ergebnisse auf die rund 1.300 verbliebenen Gletscher der Schweiz hoch (AFP), ähnlich einer sorgfältig gezogenen Stichprobe.

Nur 2022 war der relative Eisverlust mit rund 6 Prozent größer (PBS/AP). Gemessen in Kubikkilometern liegt 2026 hinter 2022 und 2003 auf Rang drei (NZZ). 2003 war noch mehr Eis vorhanden, sodass damals trotz eines geringeren prozentualen Verlusts mehr Eisvolumen abschmelzen konnte. Die Gletscheroberfläche sank im Mittel um 2,5 bis 4 Meter (Universität Freiburg).

Erst wenig Schnee, dann die Hitze

Ein Gletscher lebt von seiner jährlichen Massenbilanz: Winterschnee ist der Zuwachs. Bleibt genug davon den Sommer über liegen, verdichtet er sich nach und nach zu neuem Eis.

Der Winter 2025/26 gehörte zu den zehn schneeärmsten seit Beginn der Beobachtungen (GLAMOS/SLF). Damit starteten die Gletscher mit geringer Schneedecke in den Sommer. Die helle Schneeschicht schützt zusätzlich, weil sie Sonnenlicht zurückwirft, während dunkles Eis mehr davon aufnimmt.

Laut ETH Zürich war die Schneedecke schon im Juni lückenhaft; im September war selbst auf rund 3.500 Metern kein Schnee mehr zu sehen. Die Nullgradgrenze, also die Höhe, an der die Lufttemperatur auf null Grad sinkt, lag an 76 Tagen über 4.000 Metern. Das geht aus derselben Mitteilung hervor, die EurekAlert verbreitete. Anders gesagt: Über weite Teile des Sommers reichte ungewöhnlich warme Luft weit hinauf in die Berge.

Dieses Zusammenspiel von wenig Winterschnee und heißem Sommer entspricht dem langfristigen Muster der Schweizer Messreihen. Eine begutachtete Studie zu Tagesdaten von 2010 bis 2024 ergab, dass schneereichere Winter verlässlich zu größeren Schneezuwächsen auf den Gletschern und heißere Sommer zu stärkeren Eisverlusten führten (The Cryosphere). Das beschreibt den langfristigen Zusammenhang; wie viel des diesjährigen Verlusts auf den schneearmen Winter und wie viel auf die Hitze entfällt, ist bislang nicht aufgeschlüsselt.

Wem die Schmelze hilft und wie stark

Zwischen Juli und September gaben die Gletscher rund 2,2 Billionen Liter Schmelzwasser ab (GLAMOS/SLF). Wie viel davon einem Fluss zugutekommt, hängt davon ab, wie nah die Messstelle am Gebirge liegt.

Eine Studie untersuchte, wie 88 von Gletschern gespeiste Einzugsgebiete in der Schweiz die Dürre von 2022 bewältigten. An der Rhône bei Porte du Scex deckte zusätzliches Schmelzwasser bis zu 70 Prozent des Wassermangels, am Rhein bei Basel dagegen höchstens 5 Prozent (Hydrology and Earth System Sciences). Ein Einzugsgebiet umfasst das Land, dessen Wasser an einer bestimmten Stelle in einen Fluss gelangt. In Gebirgsnähe stammt ein großer Teil davon aus dem Gletscher; bis Basel fließen viele weitere Zuflüsse in den Rhein, wodurch der Anteil des Gletscherwassers sinkt.

Die Studie ergab außerdem, dass in diesem Dürrejahr der größte Teil des Schmelzwassers aus Eis stammte, das dauerhaft verloren war. Die Flüsse erhielten ihr Wasser damit aus dem Bestand, nicht aus dem jährlichen Zuwachs.

In zwei Dritteln der Einzugsgebiete gelangte 2022 weniger Schmelzwasser in die Flüsse als 2003, obwohl jeder Quadratmeter Gletscherfläche schneller abschmolz (Hydrology and Earth System Sciences). Das spricht vor allem dafür, dass weniger Eisfläche vorhanden war; Unterschiede im Wetter der beiden Sommer beeinflussen den Vergleich ebenfalls.

Die aktuellen Messungen zeigen, dass der Vorrat weiter geschrumpft ist. Wie viel ein Fluss in einem trockenen Sommer aus der Gletscherschmelze gewinnt, hängt davon ab, wie nah er am Eis entspringt. Jedes Jahr wie 2026 verringert den Vorrat, aus dem die Flüsse in trockenen Sommern schöpfen.

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10/2/2026, 2:12:43 AM
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