Skip to main content
EU_PUBLIC_AFFAIRS07 / 08 · Geschichte des Tages3 Min. · 526 Wörter · 143 Quellen

Trumps Gesandter Jeff Landry will Grönland-Basen, während Dänemarks Regierungskrise eskaliert

Geschrieben von KIto brief AI · 18. Mai 2026, 03:30
Wie sie entstand

Washington carves a new jurisdictional enclave from the Greenlandic permafrost.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Jeff Landry, Donald Trumps Sondergesandter für Grönland, ist am 18. Mai zur Future-Greenland-Konferenz in Nuuk eingetroffen. Er kommt auf eine Insel, auf der die USA bereits 92,5 Prozent Kontrolle über das größte Seltene-Erden-Vorkommen außerhalb Chinas gesichert haben, drei neue Militärstützpunkte als souveränes US-Territorium ins Gespräch bringen und einem Verhandlungspartner gegenübersitzen, dessen Schutzmacht Dänemark seit acht Wochen keine handlungsfähige Regierung hat.

Zugriff auf zwei Ebenen

Washington verfolgt in Grönland zwei Linien zugleich: den Zugriff auf Rohstoffe und den Ausbau militärischer Präsenz. Beide setzen an derselben institutionellen Schwäche an.

Bei den Rohstoffen war der Vorsprung zuerst sichtbar. Critical Metals Corp., ein in den USA börsennotiertes Unternehmen mit Finanzierung der Export-Import Bank von bis zu 120 Mio. Dollar, erhielt am 5. Mai die Genehmigung der grönländischen Regierung, seine Kontrolle über das schwere Seltene-Erden-Vorkommen Tanbreez zu bündeln. Der Standort verfügt über eine von nur zwei aktiven Bergbaulizenzen unter mehr als 140 Explorationsgenehmigungen auf der Insel; sie läuft bis 2050. Die erste Produktion ist für das vierte Quartal 2028 vorgesehen, die Abnahme ist bereits US-Rüstungsunternehmen zugesagt.

Die militärische Linie liegt nur wenige Wochen dahinter. General Gregory Guillot vom US Northern Command legte den Drei-Basen-Plan im März bei einer Anhörung im Senat offen. Zwei Standorte, Narsarsuaq und Kangerlussuaq, beide frühere US-Flugplätze, wurden von Botschaftsvertretern bereits vor Ort geprüft. Die Einstufung als „souveränes Territorium“ würde mit dem amerikanisch-dänischen Verteidigungsabkommen von 1951 brechen, weil sie amerikanische Hoheitsräume auf europäisch angebundenem Boden schüfe.

Beide Linien profitieren davon, dass Grönlands Gesetz zur Prüfung ausländischer Investitionen verschoben wurde. Es hätte den Behörden die Möglichkeit gegeben, Übernahmen in strategischen Sektoren zu blockieren. Das Gesetz wurde aus der Frühjahrssitzung des Parlaments zurückgezogen und auf den Herbst 2026 verschoben. Zwischen April und Mai wurden drei große Rohstoffgenehmigungen ohne dieses zusätzliche Kontrollinstrument erteilt.

Kopenhagens leerer Stuhl

Dänemark kann kaum reagieren, weil niemand mit voller politischer Autorität reagieren kann. Das Land ist seit der Wahl vom 24. März ohne Regierung, die längste Regierungsbildungskrise seit 1945. Die Koalitionsgespräche wurden am 17. Mai ausgesetzt, einen Tag vor Landrys Ankunft.

Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen benannte die Verwundbarkeit am 12. Mai offen: Außen- und Verteidigungspolitik „betreffe das Königreich Dänemark, also Grönland und Dänemark gemeinsam“, und er wünsche sich bald eine dänische Regierung. Lokale Medien berichten, dänische Vertreter würden auf der Future-Greenland-Konferenz nicht erwartet. Landry trifft Grönland damit ohne dänische Minister im Raum.

Europa bewegt sich, aber langsamer

Eine europäische Reaktion gibt es, nur läuft sie auf einer anderen Zeitskala. Die Nato startete im Februar Arctic Sentry, eine Überwachungsmission, die alliierte Patrouillen in einem gemeinsamen Rahmen bündelt, mit deutschen Eurofightern und ausgeweiteten nordischen Einsätzen. Frankreich eröffnete ein Konsulat in Nuuk und entsandte einen Handelsminister zu derselben Konferenz wie Landry; hinzu kommt eine Vereinbarung zur geologischen Kartierung mit dem BRGM, dem nationalen geologischen Dienst Frankreichs. Der Nordische Rat, das gemeinsame parlamentarische Gremium für nordische Zusammenarbeit, koordiniert Arktispolitik mit einer vorgeschlagenen kanadisch-nordischen Koalition.

Das reicht nicht an Washingtons Tempo heran. Der Critical Raw Materials Act der EU zielt auf 10 Prozent heimische Förderung bis 2030, doch der früheste Produktionsbeginn für Seltene Erden in Europa liegt derzeit Ende 2031 in Norwegen. Die USA haben schon Verträge, Finanzierung und eine Bergbaulizenz.

Nielsens enger Korridor

Grönlands Regierungschef hat klare rote Linien gezogen: keine Abtretung von Territorium, demokratische Kontrolle über jede Vereinbarung und ein Ende von Drohungen (BT, Nordjyske). Zugleich hält er Öffnungen bereit: mehr Nato-Verantwortung und breitere wirtschaftliche Zusammenarbeit.

Ein geschäftsführender dänischer Ministerpräsident kann keine bindenden Vereinbarungen abschließen. Die Rohstoffentscheidungen sind aber bereits gefallen, und die militärische Arbeitsgruppe tagt dennoch. Sollte Dänemarks Koalitionsfrist am 21. Mai ohne neue Regierung verstreichen, wird der Spielraum noch größer. Washington handelt in Wochen. Europa antwortet in Jahren.

How was this article?

Help us get better

Details about this article
Model:
claude-opus-4-6
Generated:
5/18/2026, 3:10:48 AM
Pipeline run:
eu_pipeline_20260518_013004
Watermark:
SynthID (Google's invisible watermark)
Human review:
None before publication
Learn more about our methodology