Türkei widerspricht Datenkabel-Vermessung und griechischem Manöver

Turkey’s rival broadcasts record claims without directing a vessel away.
Bildkomposition · tobriefDie beiden türkischen Warnmeldungen betreffen nicht den Great Sea Interconnector, das von der EU unterstützte Stromkabel zwischen Griechenland und Zypern. Ankara reagierte am 16. Oktober mit konkurrierenden Mitteilungen seiner Station in Antalya auf zwei Warnungen zur Sicherheit der Schifffahrt (Politis). Die nächsten Entscheidungen über das Stromkabel liegen bei griechischen und zyprischen Stellen.
Zwei Warnungen, zwei türkische Antworten
Die zyprische Warnung mit der Nummer MA37-302/26 kündigt für den Zeitraum vom 21. Oktober bis 2. November Meeresbodenvermessungen durch das Schiff Kobi Ruegg an. Sie gelten einem Datenkabelsystem (SeaLagom). Es ist ein Telekommunikationsprojekt, nicht die Stromverbindung.
Die türkische Antwort, Mitteilung 1020/26, bezog sich auf diese Warnung und erklärte, das Gebiet liege auf dem türkischen Festlandsockel; zugleich bestritt Ankara, dass Larnaka überhaupt solche Warnungen aussenden dürfe (Naftemporiki). Der Festlandsockel umfasst den Meeresboden, der sich von der Küste eines Staates aus erstreckt und an dem dieser ausschließliche Rechte zur Erkundung von Ressourcen besitzt. Ankara leitet daraus den Anspruch ab, bei Vermessungen auf diesem Meeresboden mitzureden.
Ein Anspruch auf den Festlandsockel entscheidet jedoch nicht darüber, welche Station Sicherheitshinweise für vorbeifahrende Schiffe aussendet. Laut Naftemporiki nannte die türkische Mitteilung weder ein Schiff noch eine Ausweichroute und forderte kein Schiff auf, das Gebiet zu verlassen.
Die griechische Warnung aus Heraklion galt einer Marineübung südlich der Insel Kastellorizo am 19. Oktober. Die türkische Mitteilung 1018/26 wiederholte die Zeiten und Gebiete; geändert wurde lediglich die Zuständigkeitsbehauptung: Zuständig sei Antalya und nicht Heraklion (To Vima).
Was konkurrierende Aussendungen bewirken – und was nicht
Bei den Mitteilungen handelt es sich um NAVTEX-Nachrichten, standardisierte Funkaussendungen, die Schiffe vor Gefahren wie Übungen oder Vermessungsarbeiten warnen. Ihre Sendegebiete regeln die Verteilung solcher Warnungen, sie bilden keine Grenzen staatlicher Hoheitsgebiete ab (IMO). Eine konkurrierende Mitteilung hebt keine andere auf, erteilt keine Genehmigung und zieht keine Grenze. Sie hält einen Anspruch fest.
Dieser Anspruch hat konkrete Tragweite: Ankara beansprucht Rechte am Vermessungsgebiet vor Zypern selbst, der Streit geht also über das Funkverfahren hinaus. Die Mitteilungen zeigen aber nur, dass die Türkei die Zuständigkeit Griechenlands und Zyperns infrage stellt; sie fordern kein Schiff zum Verlassen des Gebiets auf.
Die Parteien berufen sich auf unterschiedliche Rechtsgrundlagen. Griechenland und Zypern haben das UN-Seerechtsübereinkommen ratifiziert, den internationalen Vertrag über die Meereszonen; die Türkei ist ihm nicht beigetreten (UN Treaty Collection). Athen vertritt die Auffassung, Inseln erzeugten volle maritime Zonen. Ankara argumentierte in einem Schreiben an die UN, Inseln vor seiner Küste hätten weniger Gewicht und Zypern könne ohne Zustimmung der türkischen Zyprer nicht handeln (UN letter).
Das Stromkabel wartet auf Athen und Nikosia
Der Great Sea Interconnector soll die Isolation des zyprischen Stromnetzes beenden. In einem Kommissionsdokument aus dem Jahr 2025 waren für die Arbeiten EU-Mittel in Höhe von 645,2 Mio. EUR ausgewiesen (EUR-Lex).
Für die Vermessung ist ein anderes Schiff vorgesehen: die unter französischer Flagge fahrende Abeille Marengo. Am 14. Oktober veröffentlichte die griechische Küstenwache einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung für ihren Einsatz (Hellenic Coast Guard). Öffentlich dokumentiert ist damit der Antrag, nicht eine Entscheidung darüber.
Der nächste Schritt auf Zypern liegt bei der Regierung in Nikosia. Energieminister Michalis Damianos sagte, er rechne binnen zwei bis drei Wochen mit einer Vermessungswarnung für das Stromkabel; eine zyprische Zahlung von 25 Mio. EUR sei an deren Veröffentlichung gebunden (Politis).
Das Projekt ist bereits auf türkischen Widerstand gestoßen. 2024 schloss das Vermessungsschiff Ievoli Relume seine geplanten Arbeiten zwischen den griechischen Inseln Kasos und Karpathos trotz türkischer Einwände ab (ADMIE). Die Arbeiten betrafen einen Abschnitt der Trasse zwischen zwei griechischen Inseln; über den Verlauf von Arbeiten in der Nähe Zyperns sagt das wenig aus.
Die türkischen Mitteilungen dieser Woche halten zwei Einwände fest: gegen die Zuständigkeit Griechenlands und Zyperns für die Aussendung und gegen die Vermessung eines Datenkabels auf einem Meeresboden, den Ankara für sich beansprucht. Sie wiesen kein Schiff an, das Gebiet zu verlassen. Die nächsten dokumentierten Schritte für das Stromkabel – eine griechische Ausnahmegenehmigung und eine zyprische Vermessungswarnung – liegen bei Athen und Nikosia. Die Funksprüche sagen nicht voraus, wie die Türkei reagieren würde, wenn tatsächlich ein Schiff auf See arbeitet. Eine Einordnung des Austauschs als Konflikt um das EU-finanzierte Stromkabel würde europäische Mittel mit einem Streit verknüpfen, der eine kommerzielle Datenleitung betrifft.
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- 10/17/2026, 1:32:29 AM
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