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EU_PUBLIC_AFFAIRS02 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 728 Wörter · 37 Quellen

Zwei Schiffe getroffen, keine Eskorte im Schwarzen Meer

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Geschrieben von KIto brief KI · 14. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Rescue gear multiplies while Black Sea crews wait for protection.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Binnen einer Woche sind vor Bulgariens Küste zwei Schiffe durch Drohnenangriffe gesunken. Am Dienstagabend suchten Rettungskräfte noch nach elf Seeleuten der HS Dignity, einem Frachtschiff, das in den frühen Morgenstunden untergegangen war. Die jüngste bulgarische Bilanz bezifferte die Besatzung auf 16 Menschen; fünf seien gerettet worden (BTA). Die Anrainerstaaten sprachen über den Schutz der Schifffahrt, kündigten aber weder Patrouillen noch Geleitschutz an.

Zwei Schiffe, eine Nacht

Der erste Notruf kam von der Chelsea 3, einem unter maltesischer Flagge fahrenden Schiff, das rund 16 Seemeilen vor der Stadt Byala getroffen worden war. Ein Boot des bulgarischen Grenzschutzes nahm alle 15 Besatzungsmitglieder an Bord (Bulgarisches Innenministerium, BTA). Maltas Außenminister Chris Fearne sagte, vier Menschen seien leicht verletzt worden; zugleich forderte er eine sichere Durchfahrt (Chris Fearne).

Die unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrende HS Dignity sank. Zwei vorbeifahrende Handelsschiffe nahmen Überlebende auf (NOVA). Bulgariens Verteidigungsminister hatte zuvor andere Zahlen genannt: Sechs Menschen seien gerettet worden, zehn würden vermisst. Eine offizielle Erklärung, die diese Angaben mit der späteren Bilanz in Einklang bringt, gibt es bislang nicht (BNR).

Am 6. Oktober versenkten Drohnen nahe Bulgarien die Alfa Watan; Sofia stellte die Suche nach der Besatzung später ein (BNT). Der Angriff veranlasste Bulgarien erstmals, Gespräche mit den Nachbarstaaten anzustoßen (To Brief).

Gespräche, aber keine Eskorte

Nach dem Untergang am Dienstag verständigten sich Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radev und sein rumänischer Amtskollege Ilie Bolojan grundsätzlich darauf, bei der sicheren Schifffahrt enger zusammenzuarbeiten (Radio România). Auch die Türkei soll einbezogen werden. In den veröffentlichten Gesprächsberichten ist eine Zusage Ankaras bislang nicht vermerkt.

Bulgariens Verteidigungsminister telefonierte mit seinen rumänischen und türkischen Amtskollegen und drängte nach Angaben seines Ministeriums auf gemeinsame Überwachung sowie den Austausch von Nachrichtendienstinformationen mit der NATO (BTA). In keiner der Mitteilungen ist von einem Patrouillenschiff, einer Geleitroute oder einem Starttermin die Rede.

Die drei Marinen betreiben bereits einen gemeinsamen Einsatz: Ein Minenabwehrverband, der Seeminen aufspüren und räumen soll, ist planmäßig vom 6. bis 20. Oktober im Einsatz (Rumänische Marine). Im Juli wurde sein Auftrag auf den Schutz von Unterwasserinfrastruktur ausgeweitet; die Begleitung von Handelsschiffen und die Abwehr von Drohnen gehören weiterhin nicht dazu (Rumänisches Verteidigungsministerium). Der Verband schützt die Frachter also nicht vor den Drohnenangriffen, die derzeit Schiffe versenken.

Die Geografie erklärt, warum es vor allem auf die Anrainerstaaten ankommt. Die Türkei kontrolliert die Meerengen zum Schwarzen Meer. Nach dem Montreux-Übereinkommen, das die Durchfahrt durch diese Meerengen regelt, dürfen Kriegsschiffe von Staaten ohne Schwarzmeerküste höchstens 21 Tage im Schwarzen Meer bleiben (Außenministerium der Türkei). Verbündete aus größerer Entfernung könnten Schiffe ablösen, eine dauerhafte Präsenz ließe sich so aber nicht sichern.

NATO und EU befassen sich auf unterschiedlichen Wegen mit der Lage; bislang hat keine der beiden Organisationen Schiffe entsandt. NATO-Generalsekretär Mark Rutte sagte, das Bündnis werde die Lage weiter beobachten und seine Maßnahmen bei Bedarf anpassen; einen Einsatz kündigte er nicht an (BNT). António Costa, Präsident des Europäischen Rates, der die Gipfeltreffen der EU-Staats- und Regierungschefs leitet, setzte die Angriffe auf die Tagesordnung des Treffens am 15. und 16. Oktober (Europäischer Rat). Der Gipfel kann politischen Druck auf Regierungen ausüben, verfügt aber über keine eigenen Kriegsschiffe. Über deren Einsatz entscheiden die nationalen Regierungen; sie können Schiffe einzeln entsenden oder ein gemeinsames Vorgehen im Rahmen der NATO vereinbaren.

Der europäische Bezug ist konkret: Die Chelsea 3 fährt unter der Flagge eines EU-Mitgliedstaats. Zudem zeigten Ortungsdaten, dass die HS Dignity nach Brăila unterwegs war, einem rumänischen Donauhafen, über den Waren ins Binnenland des Kontinents gelangen (Reuters).

Wer schickte die Drohnen?

Radev sagte, Bulgarien habe keine belastbaren Belege, um jemanden zu beschuldigen; zugleich komme Russland der Ausgang der Angriffe zugute. Er bestellte die russische Botschafterin Eleonora Mitrofanowa ein (Bulgarische Regierung). Mitrofanowa sagte, ihr lägen keine Informationen des russischen Verteidigungsministeriums vor, und deutete ohne Beleg an, ein Dritter könne eine Krise provozieren.

Den Ermittlern fehlen bislang wichtige Anhaltspunkte. Nach den früheren Angriffen wurde kein Drohnenwrack geborgen; am 12. Oktober bat Bulgarien EU und NATO um technische Hilfe, um die Herkunft der Drohnen nachzuverfolgen (Bulgarische Regierung).

Nach ihren öffentlichen Erklärungen haben Sofia, Bukarest und Ankara über den Schutz der Schifffahrt gesprochen, aber keinen Geleitschutz angekündigt. Der einzige gemeinsame Marineeinsatz in der Region dient der Minenabwehr. Solange keiner der drei Staaten weitergehende Maßnahmen ankündigt, fahren die für die Donau bestimmten Frachter ungeschützt durch die Gewässer, in denen weiter nach den vermissten Seeleuten der HS Dignity gesucht wird.

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10/14/2026, 1:38:44 AM
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