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EU_PUBLIC_AFFAIRS07 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 691 Wörter · 40 Quellen

Ukraine fängt nur vier von 39 ballistischen Raketen ab

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Geschrieben von KIto brief KI · 16. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Ukraine’s air defences await interceptors as ballistic attacks continue.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Bei der Abwehr ballistischer Raketen zeigt sich eine erhebliche Lücke: Die ukrainische Luftwaffe erklärte, sie habe bei einem Angriff vom Abend des 13. Oktober bis in den folgenden Morgen vier von 39 russischen Raketen abgefangen, die auf ballistischen Flugbahnen unterwegs gewesen seien (General Staff, Ukrinform). CNN berichtete am 15. Oktober unter Berufung auf eine anonyme Quelle, der Ukraine seien die Abfangraketen für ihre in den USA hergestellten Patriot-Systeme ausgegangen (CNN); ukrainische, amerikanische oder NATO-Vertreter haben das bislang nicht bestätigt. Die Bilanz belegt eine ernste Lücke beim Schutz vor ballistischen Angriffen, aber nicht, dass jede Batterie leer ist. Die Verbündeten, die diese Lücke schließen könnten, haben bisher keinen Zeitplan genannt.

Eine Patriot-Batterie besteht aus einem Radar, das anfliegende Raketen erfasst, einem Gefechtsstand, der Ziele auswählt, Abschussgeräten und geschulten Besatzungen. Der Abfangflugkörper ist der Teil des Systems, der aufsteigt und den anfliegenden Sprengkopf zerstört. Ohne Abfangraketen erkennt das Radar den Angriff weiterhin, und die Besatzungen bleiben einsatzbereit; aufhalten kann das System die Raketen dann aber nicht.

Einige Raketen, die die Abwehr durchdrangen, verfehlten ihre Ziele. Andere trafen Kraftwerke in Kiew und Energieanlagen in Charkiw; in der Hauptstadt kamen Zivilisten ums Leben (CNN). Der Beschuss schloss eine Woche von Angriffen auf das Stromnetz ab, nachdem ein vorgeschlagener Waffenstillstand im Energiebereich gescheitert war (To Brief).

Was die Zahlen belegen und was nicht

CNN nennt weder die Bestände noch eine Aufstellung für einzelne Batterien oder eine Aufschlüsselung nach Raketentyp. Das ist relevant, weil Patriot-Systeme verschiedene Abfangflugkörper verschießen. Der neuere PAC-3 MSE ist darauf ausgelegt, ballistische Raketen durch einen direkten Treffer zu zerstören (Lockheed Martin).

„Keine Patriots mehr“ könnte demnach bedeuten, dass an einzelnen Standorten der jeweils passende Flugkörper fehlt. Die Zahlen der Luftwaffe machen CNNs Bericht plausibel, belegen aber nicht, dass jeder Fehlschuss auf einen Mangel zurückgeht.

Wer über Nachschub entscheidet

Zwei Wege könnten bereits vorhandene Raketen in die Ukraine bringen. Im ersten Fall finanzieren europäische Verbündete die US-Ausrüstung, die die Ukraine benötigt, und Washington liefert sie. Als NATO-Generalsekretär Mark Rutte am 14. Oktober über diesen Weg sprach, nannte er weder eine Zahl für Patriot-Raketen noch einen Liefertermin (NATO). Die Europäer zahlen, doch über die Raketen und ihre Lieferung entscheidet Washington.

Der zweite Weg führt über europäische Bestände. Da Patriot-Raketen Waffen US-amerikanischer Herkunft sind, braucht jeder Verbündete die Zustimmung der USA, wenn er eigene Raketen an die Ukraine abgeben will (US State Department). Damit verfügt Washington über einen zweiten Hebel. Ob ein Angebot gemacht wird, bleibt Sache der jeweiligen europäischen Hauptstadt.

Kaja Kallas, die EU-Außenbeauftragte, kann Regierungen drängen, Raketen abzugeben. Über deren Bestände kann sie nicht selbst verfügen. Sie schlug vor, Staaten sollten der Ukraine sofort PAC-2- oder PAC-3-Raketen überlassen und später Ersatz erhalten; nach einem Treffen am 28. September sagte sie, es seien keine neuen Zusagen gefolgt (TVP World).

Deutschland ist die einzige Regierung, die bislang als Geber genannt wird. Am 8. September sagte das Verteidigungsministerium von Minister Boris Pistorius PAC-2-Abfangraketen zu, nannte aber weder eine Stückzahl noch einen Liefertermin (German Defence Ministry).

Dass andere Staaten zurückhaltend sind, hat einen Grund: Sie benötigen ihre Patriot-Systeme für eigene Einsätze. Im Mai 2026 verlängerten die Niederlande den Einsatz ihres Patriot-Systems zum Schutz des NATO-Drehkreuzes in Polen, über das Hilfslieferungen in die Ukraine laufen; der Einsatz soll bis Anfang Dezember 2026 dauern (Dutch Defence). Eine Rakete, die nach Kiew geht, fehlt diesem Drehkreuz.

Frankreich und Italien nutzen ein anderes System, SAMP/T, das Aster-30-Raketen verschießt. Im Juli 2026 sagten beide Länder der Ukraine bis Oktober weitere Aster-Raketen zu, ohne eine Stückzahl zu nennen; eine Lieferung hat bislang keine offizielle Stelle bestätigt (Élysée).

Europa finanziert einen großen Teil der ukrainischen Abwehr ballistischer Raketen, kontrolliert deren Versorgung aber nicht. Die Ukraine hat eine erhebliche Lücke bei der Raketenabwehr dokumentiert. CNNs Behauptung, die Patriot-Bestände seien aufgebraucht, ist unbestätigt; die Verbündeten haben keine terminierte und bezifferte Nachlieferung angekündigt, die diese Lücke schließen würde. Der nächste Schritt liegt bei Washington, das die Raketen liefert und ihre Weitergabe genehmigt, sowie bei den europäischen Regierungen mit eigenen Beständen. Deutschland steht dabei im Vordergrund, weil es noch Stückzahl und Liefertermin nennen muss.

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10/16/2026, 1:33:23 AM
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