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EU_PUBLIC_AFFAIRS05 / 08 · Geschichte des Tages3 Min. · 593 Wörter · 146 Quellen

US-Gesandter Jeff Landry fordert souveräne Militärstützpunkte nach dänischem Regierungszusammenbruch

Geschrieben von KIto brief AI · 17. Mai 2026, 21:10
Wie sie entstand

Washington seeks sovereign enclaves as Greenland’s mineral wealth remains legally unguarded.

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der Text · 3 Min. Lesezeit

Jeff Landry, Trumps Sondergesandter für Grönland, landete am 17. Mai unangekündigt in Nuuk, zwei Tage vor der Wirtschaftskonferenz, an der er offiziell teilnehmen wollte. Er traf auf eine Lage, die Washington selten günstiger hätte planen können: Dänemark hat keine handlungsfähige Regierung, Grönland kein Investitionsprüfgesetz, und Europa versucht unter Zeitdruck, sich den Zugang zu Rohstoffen zu sichern, bevor die Vereinigten Staaten Fakten schaffen.

Landrys Besuch fällt damit in eine institutionelle Lücke. Grönland verfügt über 25 der 34 Rohstoffe, die die EU als kritisch einstuft, darunter die größten Vorkommen Seltener Erden außerhalb Chinas. Gerade diese Ressourcen sind politisch begehrt, rechtlich aber derzeit nur schwach abgeschirmt.

Das Vakuum, in das Landry hineinging

Dänemark ist seit mehr als sieben Wochen ohne funktionierende Exekutive. Nachdem Mette Frederiksen keine Koalition zustande gebracht hatte, wurde Troels Lund Poulsen am 11. Mai mit einer Frist von 14 Tagen mit der Regierungsbildung beauftragt. Zur Future-Greenland-Konferenz reiste kein dänischer Minister an; erschienen ist nur der Arktis-Botschafter. Für Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen bedeutet die politische Lähmung in Kopenhagen, dass er Washington weitgehend allein gegenübersitzt.

Nielsens Linie ist klar, aber sein Spielraum begrenzt. „Wir stehen nicht zum Verkauf. Wir lassen uns nicht nehmen“, sagte er am 12. Mai beim Copenhagen Democracy Summit. Er schloss territoriale Zugeständnisse aus und sagte, er werde „keine Briefmarke“ abtreten. Zugleich bestätigte er, eine erweiterte militärische Präsenz der Vereinigten Staaten sei „Teil der Gespräche“. Genau in diesem Zwischenraum liegt der Hebel: keine formelle Souveränitätsübertragung, aber möglicherweise deutlich mehr amerikanische Militärmacht.

Was Washington tatsächlich will

Der amerikanische Vorschlag ist inzwischen präziser als Trumps frühere Annexionsrhetorik. Washington will drei neue Militärstützpunkte in Narsarsuaq, Kangerlussuaq und an einem dritten, nicht genannten Ort. Sie sollen als US-Hoheitsgebiet ausgewiesen werden. Das wären amerikanische Enklaven, in denen dänisches und grönländisches Recht nicht gelten würde, eher nach dem Vorbild der britischen Hoheitsbasen auf Zypern als nach den üblichen Regeln für US-Stützpunkte in Deutschland oder Japan.

Ein solcher Schritt wäre rechtlich schwer umzusetzen. Er verlangte wohl entweder eine Änderung der dänischen Verfassung oder zunächst die Unabhängigkeit Grönlands und anschließend eine Gebietsübertragung. Juristen halten beide Wege unter geltendem Recht für äußerst schwierig. Politisch erfüllt die Forderung dennoch ihren Zweck: Wenn Washington Hoheitsgebiet verlangt, erscheint alles darunter schnell als vernünftiger Kompromiss.

Europas paralleler Wettlauf

Während Landry von einer „Handelsmission“ sprach, waren europäische Regierungen bereits aktiv. Frankreichs Handelsminister Nicolas Forissier traf zwei Tage früher ein, um eine Kooperationserklärung für nachhaltigen Bergbau zu unterzeichnen. Die französische geologische Behörde finanziert zudem Satellitenkartierungen des grönländischen Untergrunds.

Deutschland reagierte vorsichtiger. Bundeskanzler Merz sprach am 15. Mai vertraulich mit Trump und vermied die öffentliche Konfrontation. Zugleich entsandte Berlin vier Eurofighter in die Arktis als sichtbares Solidaritätssignal an Dänemark. Nicht der diplomatische Kanal, sondern die militärische Geste sollte wahrgenommen werden. Finnland schickte zwei Verbindungsoffiziere, was das Außenministerium zunächst als „Missverständnis“ bezeichnete, bevor es den Schritt als bewusst bestätigte.

Den multilateralen Rahmen liefert die Nato-Operation Arctic Sentry, die im Februar unter Generalsekretär Mark Rutte gestartet wurde. Rutte sagte offen: „Aus meinen Gesprächen mit dem amerikanischen Präsidenten heraus ist ein Arbeitsstrang nun Arctic Sentry.“ Die Operation unterstellt arktische Militäraktivitäten dem Joint Force Command Norfolk, also einem amerikanischen Kommando. Washington erhält damit operative Vorrangstellung über die Bündnisarchitektur, ohne eine Souveränitätsfrage formal entscheiden zu müssen.

Das fehlende Schloss an der Tür

Der Critical Raw Materials Act der EU, der verbindliche Förder- und Recyclingziele bis 2030 setzt, und der RESourceEU-Plan sehen für 2026 insgesamt 3 Mrd. EUR vor. Doch Grönlands Investitionsprüfgesetz, mit dem Nuuk Übernahmen in strategischen Sektoren blockieren könnte, wurde aus der Frühjahrssitzung des Parlaments gestrichen und auf den Herbst verschoben. Bis dahin gibt es, wie Nielsen selbst einräumte, keinen rechtlichen Mechanismus, um Käufer zu identifizieren oder zu stoppen, die im Auftrag Washingtons handeln könnten.

Ein kanadisch-norwegisches Konsortium hat sich bereits Mineralrechte im grönländischen Quanefield-Korridor gesichert, ohne dass eine solche Prüfung greifen konnte. Der Europäische Rechnungshof warnte im Februar, die EU werde ihre Förderziele für 2030 voraussichtlich verfehlen. Der Konflikt um Grönlands Rohstoffe zeigt damit vor allem ein Tempo-Problem: Washington bewegt sich in Tagen. Europa plant in Jahren.

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5/17/2026, 8:43:06 PM
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