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EU_ECONOMICS03 / 05 · Geschichte des Tages3 Min. · 764 Wörter · 37 Quellen

Volkswagen verdient je 100 Euro nur 1

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Geschrieben von KIto brief KI · 19. September 2026, 02:50
Wie sie entstand

Volkswagen’s old machinery accumulates while its promised future waits.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Volkswagen behielt in seiner revidierten Prognose für 2026 1 EUR operativen Gewinn je 100 EUR Umsatz. Noch wenige Wochen zuvor hatte das Unternehmen eine operative Umsatzrendite von 4 bis 5,5 Prozent in Aussicht gestellt (Volkswagen). Hinter der Differenz stehen Sonderbelastungen von etwa 10 Mrd. EUR. Damit stellt sich die Frage, die der umfassende Sanierungsplan des Konzerns bislang nicht beantwortet: Werden die versprochenen Einsparungen schnell genug wirksam, um den Umbau zu finanzieren?

Wohin die 10 Mrd. EUR fließen

Rund 6 Mrd. EUR entfallen auf eine Wertberichtigung bei Porsche. Nach den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (EUR-Lex) bedeutet das, dass Volkswagen den bilanziellen Wert der Tochtergesellschaft nach unten korrigiert, weil Porsche schwächere langfristige Finanzannahmen vorgelegt hat (Volkswagen). Die Belastung mindert den ausgewiesenen Gewinn sofort, führt aber nicht dazu, dass 6 Mrd. EUR in diesem Umfang aus der Kasse abfließen. Deshalb wird weder ein Werk geschlossen noch werden Beschäftigte in dieser Höhe abgefunden.

Die übrigen Belastungen kosten dagegen tatsächlich Geld. Rückstellungen für Restrukturierungen verpflichten den Konzern nach demselben Rechnungslegungsrahmen (EUR-Lex) zu Abfindungen, Kosten für die Umrüstung von Werken und Zahlungen an Lieferanten, die in den kommenden Jahren fällig werden. In seiner Ad-hoc-Mitteilung fasst Volkswagen Restrukturierungsaufwand, China-bezogene Kosten und weitere Posten zusammen, ohne sie einzeln auszuweisen. Wie hoch die tatsächliche Liquiditätsbelastung ausfällt und wann sie anfällt, bleibt deshalb offen (Volkswagen).

Ohne diese Sonderbelastungen läge die operative Umsatzrendite nach Darstellung von Volkswagen bei ungefähr 4 Prozent. Das entspräche eher dem unteren Ende der früheren Prognosespanne als deren Mitte. Besonders schwach entwickelt sich das Geschäft in China, wo der Konzern mit sinkenden Verkäufen und hohem Preisdruck konfrontiert ist (Volkswagen financial publications). Die Sonderbelastungen prägen zwar die Schlagzeile; für die Ertragskraft des Konzerns im Jahr 2027 wird aber das China-Geschäft entscheidend sein.

Die Einsparungen kommen später als die Rechnung

Der Future Plan von Volkswagen sieht für Investitionen und Forschung und Entwicklung in den Jahren 2027 bis 2031 135 Mrd. EUR vor. Bis 2030 soll die operative Umsatzrendite auf 9 Prozent steigen (Volkswagen, Volkswagen Future Plan). Das Management stellt den Abbau von rund 50.000 Arbeitsplätzen als sich selbst finanzierende Maßnahme dar: Der Konzern senke zunächst seine Kosten und investiere die frei werdenden Mittel anschließend in Elektrofahrzeuge und Software.

Nach einer auf internen Dokumenten beruhenden Recherche des Spiegel belaufen sich die Restrukturierungskosten auf etwa 16 Mrd. EUR. Davon entfielen rund 10 Mrd. EUR auf den Personalabbau und 6 Mrd. EUR auf die Werke. Nach der Darstellung von AutoNext, die sich auf diese Recherche stützt, würden die kumulierten Einsparungen bei den Lohnkosten die Gesamtkosten erst Anfang 2037 ausgleichen (AutoNext). Volkswagen hat diese Schätzung nicht bestätigt; sie beruht auf durchgesickerten Dokumenten und nicht auf einem veröffentlichten Zeitplan.

Die Rechnung ist trotzdem aufschlussreich. Jährliche Einsparungen können zwar schon vor der vollständigen Amortisation der Restrukturierungskosten zur Finanzierung von Investitionen beitragen. Der genannte Zeitrahmen legt aber nahe, dass das Programm als Ganzes noch immer mehr Liquidität bindet, als es freisetzt, wenn die Renditeziele für 2030 erreicht werden sollen. Einen eigenen Zeitplan, der das Gegenteil belegt, hat Volkswagen bislang nicht veröffentlicht.

Zwei Werke, zwei Perspektiven

Der Vergleich zwischen Werken mit finanziell abgesicherten Elektroprojekten und Standorten ohne Nachfolgeprodukt zeigt, wo die Kosten und der Nutzen des Umbaus anfallen.

Martorell in Spanien nahm im Juni 2026 nach einer Umrüstung, die mehr als 3 Mrd. EUR gekostet haben soll, die Serienproduktion von zwei Elektromodellen auf (Cinco Días). Im nahe gelegenen Sagunto entsteht zudem eine Batteriezellfabrik von PowerCo (La Vanguardia). Das Werk verfügt damit über ein finanziertes Produkt, einen Zulieferer in der Nachbarschaft und Beschäftigte, die bereits an den Bändern arbeiten. Begrenzender Faktor ist die Nachfrage: Martorell begann mit einer Schicht, weil die Bestellungen noch keinen Dreischichtbetrieb tragen.

Vrchlabí in Tschechien steht für die andere Seite des Umbaus. Das Werk fertigte Verbrennergetriebe für den Konzern; ein elektrisches Nachfolgeprodukt hat Volkswagen für den Standort bislang nicht veröffentlicht. Tschechische Zulieferer berichten bereits von einem Rückgang der Volkswagen-bezogenen Aufträge um mehrere Zehnprozentpunkte (Novinky). Im selben Land entsteht in Mladá Boleslav dagegen eine neue, 205 Mio. EUR teure Halle für Batteriesysteme (Škoda). Investitionen und Unsicherheit treffen also dasselbe Land, aber unterschiedliche Standorte.

Was die Zahlen aussagen

Volkswagen hat bislang nicht belegt, dass die Einsparungen aus der Restrukturierung rechtzeitig eintreten werden, um den Plan für 2030 zu finanzieren. Die einzige öffentlich bekannte Amortisationsschätzung, die auf Berichten über interne Dokumente und nicht auf einem veröffentlichten Zeitplan des Konzerns beruht, reicht bis 2037. Die bis Mitte 2027 erwartete Überprüfung der Produktionsstruktur wird zeigen, welche verbliebenen Werke ein Elektroprodukt erhalten und welche damit ihre wirtschaftliche Grundlage verlieren. Bis dahin bleibt für jeden Standort ohne finanziertes Nachfolgeprodukt die Zukunft offen.

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9/19/2026, 1:40:38 AM
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