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EU_PUBLIC_AFFAIRS04 / 05 · Geschichte des Tages3 Min. · 610 Wörter · 43 Quellen

EU-Löschflotte gerät unter Druck

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Geschrieben von KIto brief KI · 25. Juli 2026, 02:50
Wie sie entstand

The markers for water are placed in the dust as the pool runs dry.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

In Sizilien brannte Buschland, nahe Madrid wurden Evakuierungen angeordnet, in der Gironde mussten Tausende ihre Häuser verlassen. Frankreich und Spanien, zwei der größten EU-Staaten, baten in dieser Woche Brüssel um Hilfe, weil die eigenen Löschkapazitäten nicht mehr ausreichten. Beide aktivierten den EU-Katastrophenschutzmechanismus, über den Regierungen Flugzeuge, Einsatzkräfte oder Ausrüstung aus anderen europäischen Ländern anfordern können. Die Hilfe kam schnell. Das eigentliche Problem beginnt aber dort, wo auch die Helfer selbst brennen.

Flugzeuge überquerten Grenzen. Dann zeigte sich die Grenze des Systems.

Präsident Emmanuel Macron sagte, Frankreich ersuche um EU-Unterstützung, weil die Lage bei den Bränden in der Gironde weiter „extrem angespannt“ sei (France 24). Spanien ging noch weiter und rief wegen der Feuer nahe Madrid und Ávila den nationalen Notstand aus. Die militärische Nothilfeeinheit des Landes bat Brüssel um mindestens vier Löschflugzeuge mit Starrflügeln (Europa Press, Sur in English).

Der Mechanismus funktionierte zunächst. Portugal schickte über rescEU, die 2019 geschaffene und aus EU-Mitteln finanzierte strategische Reserve für grenzüberschreitende Notlagen, zwei Fire-Boss-Flugzeuge und ein siebenköpfiges Team nach Frankreich (Observador). Tschechische Black-Hawk-Hubschrauber flogen ebenfalls nach Frankreich und absolvierten 407 Wasserabwürfe mit mehr als 1,25 Mio. Litern Wasser (POŽÁRY.cz). Nach Angaben von El País mobilisierte Brüssel vier Flugzeuge für Spanien sowie drei Flugzeuge und zwei Hubschrauber für Frankreich.

Gerade Griechenland machte aber sichtbar, wie fragil diese Solidarität ist. In derselben Woche, in der Athen zwei Canadair-CL-415-Löschflugzeuge nach Spanien schickte (Kathimerini), warnten die griechischen Katastrophenschutzbehörden im eigenen Land vor extremer Brandgefahr der Kategorie 5 (Greek Civil Protection). Griechenland konnte Flugzeuge abgeben, weil bereits 245 europäische Feuerwehrleute als Verstärkung auf griechischem Boden stationiert waren (Kathimerini). Der Kreislauf hält also nur, solange sich Risiken gegenseitig ausgleichen lassen: Griechenland schickt Flugzeuge nach Spanien, weil andere Länder Personal nach Griechenland geschickt haben. Er bricht an dem Tag, an dem alle Hochrisikoländer ihre Flugzeuge selbst brauchen.

Eine Flotte für ein milderes Klima

Der Hilferuf aus Frankreich und Spanien war nicht der erste in diesem Monat. Portugal aktivierte den Mechanismus am 3. Juli, Frankreich am 5. Juli (Commission). Die Europäische Kommission hatte bereits rescEU-Flugzeuge aus Schweden und Zypern nach Frankreich sowie spanische Feuerwehrleute nach Portugal entsandt. Die Anfragen häufen sich, weil die Feuerlage eskaliert: Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU zählte bis Ende Juli 2026 899 Brände, mehr als doppelt so viele wie im langfristigen Durchschnitt zu diesem Zeitpunkt des Jahres (JRC).

Dem steht eine gemeinsame europäische Luftflotte von 22 Löschflugzeugen und fünf Hubschraubern gegenüber, ergänzt durch 777 vorab stationierte Feuerwehrleute aus 14 Ländern. Nach Angaben der Kommission ist es die größte saisonale EU-Entsendung dieser Art (Commission, EU in Emergencies). Unbegrenzt ist sie eben nicht. Portugal, Frankreich, Spanien, Griechenland, Italien und Kroatien erreichen ihre höchste Waldbrandgefahr in denselben Sommerwochen. Während der Brandsaison fragt Brüssel jeden Morgen bei den teilnehmenden Ländern ab, wer noch Flugzeuge entbehren kann (Le Progrès). Das funktioniert nur, solange irgendeine Regierung noch Ja sagen kann.

Die Kommission finanziert 12 neue Löschflugzeuge, die in sechs Ländern stationiert werden sollen. Die ersten Maschinen werden allerdings erst zur Waldbrandsaison 2028 erwartet (rescEU). Bis dahin liegen zwei Sommer zwischen der heutigen Flotte und ihrer Verstärkung. Diese Lücke ist konkret: Nach Angaben von Le Soir ist ein als „verfügbar“ geführtes Flugzeug nur dann wirklich verfügbar, wenn sein Heimatland es an diesem Tag nicht selbst benötigt.

Europas Waldbrand-Solidarität hat in dieser Woche funktioniert. Piloten, Löschflugzeuge und Bodenteams wurden unter erheblichem Druck grenzüberschreitend eingesetzt. Doch der Mechanismus verteilt einen festen Bestand an Flugzeugen nur um; er vergrößert ihn nicht. Die Kommission und die sechs Hauptstädte, in denen rescEU-Löschkapazitäten stationiert sind, müssen deshalb öffentlich erklären, ab wann das System nicht mehr Hilfe zuteilt, sondern entscheiden muss, wer sie bekommt.

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7/25/2026, 1:51:17 AM
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