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TECH_SCIENCE09 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 758 Wörter · 18 Quellen

EU-Experten empfehlen Pille gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs

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Geschrieben von KIto brief KI · 16. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Europe has the trial result; patients still await a prescription.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Für Patienten mit fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs ist Daraxonrasib einer Zulassung in Europa näher gekommen: Am 15. Oktober empfahlen die Fachleute der Europäischen Arzneimittel-Agentur die Zulassung der Tablette, die einmal täglich eingenommen wird. In der maßgeblichen Studie lebten die Erkrankten unter Daraxonrasib im Median 12,4 Monate, unter Chemotherapie waren es 6,7 Monate (EMA). Das unter dem Namen Rasonque angebotene Mittel darf in der EU noch nicht verschrieben werden. Zunächst muss die Europäische Kommission die Zulassung erteilen; danach entscheiden die einzelnen Länder über Preis und Erstattung.

Der Median bezeichnet den Zeitpunkt, zu dem die Hälfte der Teilnehmenden einer Studiengruppe gestorben ist. Der Abstand zwischen den beiden Werten zeigt, wie die Gruppen im Durchschnitt abschnitten; für den Verlauf bei einer einzelnen Person sagt er nichts aus.

Für wen das Ergebnis gilt

Die Ergebnisse stammen aus RASolute 302, einer Phase-3-Studie. Phase 3 ist der große, abschließende Vergleich, den ein Medikament vor einer möglichen Zulassung durchläuft. Auftraggeber war Revolution Medicines, das Unternehmen, das Daraxonrasib entwickelt hat und von seinem Verkauf profitieren würde. Die Studie teilte 500 Menschen nach dem Zufallsprinzip entweder der Tablette oder einer vom behandelnden Arzt ausgewählten Chemotherapie zu (ClinicalTrials.gov). Neben Zentren in den USA und Japan nahmen Kliniken in Italien, Spanien, Deutschland und Frankreich Patienten auf (Japan trial registry).

Bei allen Teilnehmenden hatte sich der Krebs nach genau einer vorangegangenen Behandlungslinie weiter ausgebreitet und war weitergewachsen. Zudem waren sie körperlich noch ausreichend belastbar, um sich im Alltag bewegen zu können (EMA). Am verlässlichsten gilt das Ergebnis deshalb für diese Gruppe. Über Menschen, die bereits mehrere Behandlungen hinter sich haben oder zu krank für eine Studienteilnahme sind, sagt es weniger aus.

Die Studie erfasste auch Schmerzen, allerdings mit einem Vorbehalt: Sie war offen angelegt, das heißt, Patienten und Ärzte wussten, wer welche Behandlung erhielt. Dieses Wissen kann beeinflussen, wie Betroffene ihre Beschwerden schildern. Bis sich die Schmerzen verschlimmerten, vergingen in der Tablettengruppe im Median 9,2 Monate, in der Chemotherapiegruppe 3,8 Monate (ASCO Post).

Beim Überleben wiegt dieser Vorbehalt weniger, weil das Wissen um die Behandlung nicht verändert, ob jemand noch lebt. Schwere Nebenwirkungen traten laut Studienbericht bei 43,6 Prozent der Patienten unter Daraxonrasib auf, gegenüber 57,5 Prozent unter Chemotherapie (NEJM). Die Arzneimittel-Agentur nennt Durchfall, Hautausschlag, wunde Stellen im Mund, Übelkeit und Erbrechen als häufige Nebenwirkungen (EMA). Revolution Medicines berichtete außerdem von einem Todesfall, den das Unternehmen mit einer behandlungsbedingten Pneumonitis, einer Entzündung der Lunge, in Verbindung brachte (Revolution Medicines).

Ein Wachstumsschalter, der sich nicht mehr ausschalten lässt

In unseren Zellen wirken RAS-Proteine wie ein Schalter für das Zellwachstum. Ist er eingeschaltet, geben sie ein „Wachstum“-Signal an Partnerproteine weiter. Hält eine Mutation den Schalter dauerhaft eingeschaltet, erhält die Zelle dieses Signal immer wieder. Bei etwa 92 Prozent der Studienteilnehmer lag eine Mutation an der als G12 bezeichneten Stelle des RAS-Proteins vor (EMA).

Daraxonrasib greift indirekt an diesem Schalter an. Laut einer Forschungsarbeit der Entwickler bindet sich das Mittel zunächst an Cyclophilin A, ein Protein, das in unseren Zellen weit verbreitet ist. Diese Verbindung richtet sich anschließend gegen RAS in seiner eingeschalteten Form (Cancer Discovery). Das Prinzip ähnelt einer Hand, die erst ein Werkzeug aufnimmt und damit nach dem Schalter greift.

Wann Patienten in Europa das Mittel erhalten können

Die Arzneimittel-Agentur beschleunigte ihre Prüfung und schloss sie nach weniger als 150 aktiven Bewertungstagen ab, statt die üblichen höchstens 210 Tage auszuschöpfen (EMA). Die allgemeinen Fristen der Europäischen Kommission sehen 67 Tage vor, um aus dem Votum der Fachleute eine Entscheidung zu machen; für Rasonque ist jedoch noch kein Termin bekannt (European Commission). Eine Zulassung würde den Verkauf in der gesamten EU erlauben. Preis und Erstattung verhandelt aber jedes Land selbst, sodass Patienten in Deutschland und Spanien unterschiedlich lange warten könnten.

Patienten in den USA können Daraxonrasib bereits erhalten. Dort wurde das Mittel am 26. August zugelassen (Dana-Farber); To Brief berichtete darüber (To Brief). In Europa könnten schwer kranke Patienten vor einer Zulassung vor allem über ein Härtefallprogramm Zugang zu einem nicht zugelassenen Arzneimittel erhalten. Im September sagte die italienische Onkologin Chiara Cremolini, ein solches Programm sei in Europa für Daraxonrasib noch nicht aktiviert worden. Italiens onkologische Fachgesellschaft habe es beantragt (Adnkronos).

Weitere Studien prüfen, ob das Mittel auch nach einer Operation, als Erstbehandlung oder bei anderen Krebsarten hilft (ClinicalTrials.gov). Für körperlich belastbare Patienten, deren metastasierter Bauchspeicheldrüsenkrebs nach der ersten Behandlung weiterwächst, hat eine randomisierte Studie bereits ein längeres Überleben gezeigt. Bis daraus in Europa ein Rezept wird, braucht es zwei Entscheidungen: zunächst die Zulassung der Kommission, danach die Einigung des jeweiligen Gesundheitssystems über Preis und Erstattung.

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10/16/2026, 1:37:05 AM
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