Skip to main content
EU_ECONOMICS08 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 716 Wörter · 45 Quellen

Niedrige Donau hält Cernavodă-Reaktoren vom Netz

✦
Geschrieben von KIto brief KI · 12. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

At Cernavodă, two stopped reactors still depend on the Danube.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Niedrigwasser an der Donau setzt Rumäniens Stromabnehmer unter Druck

Rumäniens Stromabnehmer müssen zunächst selbst für Ersatz sorgen, denn Nuclearelectrica hatte den Strom aus dem Kraftwerk im Voraus verkauft. Am 11. Oktober teilte der Betreiber mit, beide Reaktoren des Kernkraftwerks Cernavodă blieben abgeschaltet, bis die Donau einen sicheren Betrieb zulasse; einen Termin für die Wiederinbetriebnahme nannte er nicht (Nuclearelectrica). Die Mitteilung entzieht dem Netz keine zusätzliche Leistung, sondern verlängert einen Stillstand, der im Sommer begann. Die Kosten treffen zuerst die Unternehmen, die den Strom im Voraus gekauft haben.

Block 1 wurde am 28. Juli kontrolliert heruntergefahren, Block 2 folgte am 13. August (Meldung zu Block 1, Meldung zu Block 2). Eine Studie zur rumänischen Stromversorgung für die Jahre 2020 bis 2025 veranschlagte die Nettoleistung beider Reaktoren auf rund 1,3 GW (Studie zur Versorgungssicherheit). Die Nettoleistung gibt an, wie viel Strom ein Kraftwerk nach Abzug seines Eigenbedarfs ins Netz einspeisen kann. Der Wert ist eine Planungsgröße und sagt nicht aus, wie viel Strom an einem bestimmten Tag fehlte.

Warum ein abgeschalteter Reaktor den Fluss weiter braucht

Mit dem Abschalten endet die Kettenreaktion. Der Brennstoff gibt jedoch weiterhin Nachzerfallswärme ab, also Wärme, die durch den Zerfall radioaktiver Stoffe entsteht. Pumpen müssen diese Wärme abführen. Nuclearelectrica zufolge befinden sich beide Blöcke in einem sicheren Stillstand, und ihre Sicherheitsfunktionen seien gewährleistet (Nuclearelectrica). Petre Min, der das Lagezentrum der Atomaufsichtsbehörde CNCAN leitet, sagte, die abgeschalteten Blöcke benötigten weiterhin Donauwasser; die Einsatzkräfte leiteten deshalb mehr Wasser zum Einlauf des Kraftwerks (HotNews).

Der Wasserstand liegt nahe an der Grenze, ab der die Versorgung der Pumpen unsicher wird. Am 10. Oktober meldete die Wasserbehörde ANAR für Cernavodă einen Pegel von −259 cm, drei Zentimeter über der Marke von −262 cm, unterhalb derer die Kühlpumpen nicht mehr zuverlässig Wasser ansaugen können (Agerpres). Die Minuswerte bezeichnen den Abstand zu einem festen Bezugspunkt, keine negative Wassertiefe.

Um den Pegel anzuheben, ordnete ANAR an, vom 10. bis zum 18. Oktober zusätzlich 20 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Stausee Iezer abzugeben (Mediafax). Über den Beginn der Abgabe berichtete To Brief bereits (To Brief). Bisher gibt es keine veröffentlichte Messung dazu, wie viel von diesem Wasser die Pumpen des Kraftwerks erreicht.

Ein höherer Pegel würde die Reaktoren für sich genommen noch nicht wieder in Betrieb setzen. Die Marke von −262 cm zeigt lediglich, ob die Pumpen Wasser ansaugen können. Über den Neustart entscheidet der Betreiber nach seiner Einschätzung, ob ein sicherer Betrieb möglich ist; einen entsprechenden Grenzwert hat er nicht veröffentlicht (Nuclearelectrica). Auch eine Entlastung durch mehr Wasser ist vorerst nicht absehbar: Am 7. Oktober sagte der Staatssekretär im Energieministerium Cristian Bușoi, Prognosen zufolge werde der Pegel in den folgenden zehn Tagen nicht dauerhaft steigen (Digi24).

Wer für den fehlenden Strom zahlt

Das Stromnetz ist auch ohne das Kraftwerk versorgt geblieben. Öffentliche Daten des Netzbetreibers Transelectrica wiesen am 11. Oktober keine Kernenergieerzeugung aus; Windkraft, Solarstrom und Importe schlossen die Lücke. Die Nettoimporte – Strombezüge aus dem Ausland abzüglich der Stromverkäufe – betrugen im Tagesmittel 446 MW (Solar Industry).

Der Kostendruck trifft zunächst die Abnehmer. Nuclearelectrica hatte den Strom aus dem Kraftwerk im Voraus an Versorger und Großverbraucher verkauft. Für einige dieser Verträge hat das Unternehmen Mitteilungen über höhere Gewalt verschickt. Damit erklärt es, aufgrund von Ereignissen außerhalb seiner Kontrolle nicht liefern zu können (BVB). Die Abnehmer brauchen den Strom weiterhin und müssen sich selbst um Ersatzlieferungen kümmern.

Bușoi bezifferte die vertraglich vereinbarte Menge, für die Ersatz beschafft werden müsse, auf rund 900 MW. Die Abnehmer müssten den Strom am Day-ahead-Markt kaufen, einer Auktion für den Folgetag, oder während der Spitzenlast aus Nachbarländern wie Bulgarien importieren, sagte er; mitunter seien die Preise deutlich höher als in den ursprünglichen Verträgen (Digi24). Die 900 MW bezeichnen keinen zweiten Ausfall, sondern den Teil der fehlenden Cernavodă-Produktion, der bereits verkauft war.

Die Mitteilung vom 11. Oktober verlängert den Engpass, ohne die ausgefallene Strommenge weiter zu erhöhen (Nuclearelectrica). Solange der Stillstand dauert, müssen Abnehmer mit Mitteilungen über höhere Gewalt den Strom am freien Markt beschaffen und den Aufpreis gegenüber ihren ursprünglichen Verträgen tragen (BVB). Haushalte spüren die Mehrkosten nur, wenn ihre Versorger sie weitergeben; entscheidend sind ihre Verträge und die Dauer des Niedrigwassers. Bușoi wies Gerüchte über einen Anstieg der Stromrechnungen um 50 Prozent zurück, rechne aber mit erheblichem Preisdruck, falls das Angebot knapp bleibe (Jurnalul).

Details about this article
Model:
claude-opus-5-5
Generated:
10/12/2026, 1:37:01 AM
Pipeline run:
eu_pipeline_20261012_005007
Watermark:
SynthID (Google's invisible watermark)
Human review:
None before publication
Learn more about our methodology →