Skip to main content
EU_ECONOMICS03 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 660 Wörter · 42 Quellen

Sechs Regierungen uneins über EU-Haushaltskürzungen

✦
Geschrieben von KIto brief KI · 12. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Europe’s budget proposal grows while agreement on where to cut recedes.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Irland, das die Verhandlungen unter den EU-Regierungen leitet, schlägt für den Haushalt 2028 bis 2034 ein Volumen von 1,826 Billionen EUR vor. Das liegt unter den 1,985 Billionen EUR, die die Europäische Kommission beantragt hat (ORF, Rat der Europäischen Union). Der Vorschlag dient den Verhandlungen; beschlossen ist damit noch nichts. Deutschland und fünf Verbündete halten das Volumen weiterhin für zu hoch. Sie sind sich aber uneinig, bei welchen Programmen gespart werden soll.

Bundeskanzler Friedrich Merz sagte am 10. Oktober, ein Haushalt dieser Größe sei keine Grundlage für eine Einigung (Bundesregierung). Die irischen Zahlen zeigen, warum zusätzliche Einsparungen leichter zu fordern sind, als festzulegen, woher sie kommen sollen.

Ein Teil der Differenz zwischen den beiden Summen geht auf die erwartete Inflation über sieben Jahre zurück. Auf Preise von 2025 gerechnet, die die Kaufkraft konstant halten, liegt Irlands Vorschlag 141 Mrd. EUR oder rund 8 Prozent unter dem der Kommission (Rat der Europäischen Union, Reuters). Beide Summen sind Obergrenzen: Sie beschränken, welche Mittel die EU den Programmen über den gesamten Zeitraum zusagen darf. Es handelt sich nicht um Geld, das sofort ausgezahlt wird.

Landwirtschaft und Regionen bleiben weitgehend verschont

Irland verteilt die Einsparungen ungleich, wie wir bereits bei Vorlage des Entwurfs berichteten (To Brief). Agrarsubventionen und Kohäsionsmittel – EU-Zuschüsse, die Unterschiede zwischen wohlhabenderen und ärmeren Regionen verringern sollen – stehen in einem Haushaltsteil, der nur 3,4 Prozent verliert (Rat der Europäischen Union). Die garantierte Mindestsumme für die Einkommensstützung der Landwirte bleibt bei etwas mehr als 261 Mrd. EUR in Preisen von 2025 (CAP Reform).

In anderen Teilen des Haushalts fallen die Kürzungen höher aus. Der Bereich Forschung, Verteidigung und Wettbewerbsfähigkeit verliert 12,8 Prozent, die außenpolitischen Ausgaben 17,4 Prozent (Rat der Europäischen Union). Innerhalb des Forschungs- und Verteidigungsbereichs entfallen die größten erkennbaren Einschnitte auf zwei Programme: Horizon Europe, das Forschungsprogramm der EU, sinkt von rund 154,9 Mrd. EUR auf 140,0 Mrd. EUR. Der Haushaltstitel für Verteidigungsindustrie, Sicherheit und Raumfahrt fällt von rund 115,7 Mrd. EUR auf 100,7 Mrd. EUR (Rat der Europäischen Union).

Universitäten oder Rüstungsunternehmen verlieren dadurch heute kein Geld, denn die niedrigeren Obergrenzen betreffen künftige Ausgaben. Später müssten Hochschulen, Labore und Verteidigungszulieferer mit weniger Fördermitteln auskommen. Damit könnten weniger ihrer vorgeschlagenen Projekte eine Finanzierung erhalten.

Mehr Einsparungen, aber wo?

Deutschland, Dänemark, die Niederlande, Österreich, Finnland und Schweden fordern Einsparungen von „mehreren hundert Milliarden Euro“ (dänische Regierung). Ihre gemeinsame Erklärung nennt weder eine neue Gesamtsumme noch eine Aufteilung auf die Programme. Auch bleibt offen, ob sie die Einsparungen gegenüber dem Kommissionsvorschlag oder dem irischen Entwurf berechnen (Bundesregierung). Welchen Ausgangswert die sechs auch ansetzen: Merz hat klargemacht, dass ihm Irlands Kürzung nicht genügt.

Auch bei der Frage, wo gespart werden soll, liegen die sechs auseinander. Dänemarks Finanzminister Peter Hummelgaard will, dass Agrarstützung und Regionalförderung einen kleineren Anteil am Haushalt erhalten (DR). Finnlands Ministerpräsident Petteri Orpo fordert ebenfalls ein geringeres Gesamtvolumen. Er argumentiert jedoch, Verteidigung, Forschung und neue Technologien hätten bereits zu viel der Einsparungen tragen müssen; die geschützte Mindestsumme für die Landwirtschaft begrüße er (finnische Regierung).

Beide Wege stoßen außerhalb der Gruppe auf Widerstand. Am 2. Oktober forderten 17 Regierungschefs, darunter Italiens Giorgia Meloni und Rumäniens Nicușor Dan, die Mittel für Landwirtschaft und Kohäsion zu erhalten (slowenische Regierung). Die federführenden Verhandler des Europäischen Parlaments, Siegfried Mureșan und Carla Tavares, wenden sich gegen Irlands bereits geplante Kürzungen bei Wettbewerbsfähigkeit und Außenpolitik (Europäisches Parlament).

Diese Einwände haben Gewicht, weil der Haushalt die Zustimmung aller Regierungen und des Europäischen Parlaments braucht (Artikel 312 des EU-Vertrags). Jede Regierung und auch das Parlament können eine Einigung verhindern.

Die sechs Länder stehen damit vor zwei umstrittenen Entscheidungen: Sie können die Agrar- und Regionalmittel antasten, deren Erhalt 17 Regierungen fordern, oder die Kürzungen bei Forschung und Verteidigung vertiefen, gegen die sich Finnland und das Parlament stellen. Merz hat Irlands Gesamtsumme abgelehnt, aber nicht gesagt, welche dieser Optionen er bevorzugt. Die Staats- und Regierungschefs beraten am 15. und 16. Oktober über den Haushalt (Europäischer Rat). Legen die sechs bis dahin keine eigene Summe und keine Liste der zu kürzenden Programme vor, bleibt Irlands Entwurf die einzige konkrete Zahlenbasis.

Details about this article
Model:
claude-opus-5-5
Generated:
10/12/2026, 1:37:20 AM
Pipeline run:
eu_pipeline_20261012_005007
Watermark:
SynthID (Google's invisible watermark)
Human review:
None before publication
Learn more about our methodology →