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EU_PUBLIC_AFFAIRS06 / 10 · Geschichte des Tages3 Min. · 742 Wörter · 43 Quellen

Trump weist Hormus-Angebot zurück, Europas Gas fehlt

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Geschrieben von KIto brief KI · 2. Oktober 2026, 02:50
Wie sie entstand

Europe waits for gas cargoes as passage through Hormuz remains unsafe.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 3 Min. Lesezeit

Die Verhandlungen um die Straße von Hormus betreffen auch Europas Abnehmer katarischen Gases. Donald Trump lehnte ein iranisches Angebot zur Öffnung der Meerenge ab, wie er am 26. September 2026 öffentlich erklärte (Reuters). Teheran hatte verlangt, dass Washington zunächst seinen Druck lockere und Iran erst danach den Schiffsverkehr wieder aufnehme. Solange beide Seiten auf Abstand bleiben, verlieren europäische Käufer weitere Ladungen, die sie nicht zurückverhandeln können.

Was Iran anbot und warum der Vorschlag stockte

Bei den Vereinten Nationen schlug Irans Außenminister Abbas Araghchi am 25. September 2026 vor, Washington solle vier oder fünf Tage lang vorangehen, Iran die Meerenge am sechsten Tag wieder öffnen und am siebten Tag sollten Verhandlungen beginnen (UN transcript, Al Jazeera). Fragen zum Nuklearprogramm sollten erst in diesen späteren Gesprächen behandelt werden. Iran machte sie nicht zur Bedingung für die Öffnung.

Ausgangspunkt der Forderung war die US-Seeblockade, die Schiffe mit Ziel oder Herkunft iranischer Häfen stoppt (Politico). Teheran verlangte außerdem Erleichterungen für seine Ölexporte, die Freigabe eingefrorener Gelder und ein Ende der Kämpfe in der Region, auch im Libanon.

Der zentrale Streitpunkt ist die Reihenfolge der Schritte. Die Seeblockade und die Gefahr in der Meerenge sind zwei verschiedene Probleme: Die Blockade trifft Irans eigenen Handel, während Schiffe aus allen anderen Ländern in der Wasserstraße Angriffen ausgesetzt sind. Ein Ende der Blockade würde diese Angriffe nicht automatisch stoppen. Washington sollte seinen wichtigsten Druckhebel gegen Teheran aufgeben, bevor sich verlässlich prüfen ließe, ob die Schiffe sicher fahren könnten.

Der Libanon macht eine Einigung zusätzlich schwierig. Ein Waffenstillstand dort hängt auch von Israel ab; Washington kann auf die israelische Regierung einwirken, sie aber nicht binden. Trump hat nicht erklärt, welche Bedingung das Abkommen zu Fall brachte. In einem am 28. September geführten und am 1. Oktober 2026 veröffentlichten Interview bekräftigte er, das Angebot sei „nicht gut genug“ (TIME).

Der Austausch läuft weiterhin über Katar. Bis zum 30. September 2026 erklärten iranische Regierungsvertreter, Araghchi habe Präsident Masoud Pezeshkian über eine Antwort der USA unterrichtet (Politico). Keine der beiden Seiten hat diese Antwort veröffentlicht. Die Gespräche gehen weiter, doch nichts deutet darauf hin, dass die von Iran vorgeschlagene Abfolge begonnen hat.

Warum mehr Kriegsschiffe die Tanker nicht zurückbringen

Der Flugzeugträgerverband um die USS Theodore Roosevelt verließ am 27. September 2026 San Diego und ist Teil einer neuen US-Verlegung in die Region (AP). Bis zum Arabischen Meer dürfte er zwei oder drei Wochen brauchen (Al-Monitor). Ein Flugzeugträger kann dort bestimmte Schiffe schützen und einige Angriffe abschrecken. Er kann aber weder jedes Geschoss abwehren noch Versicherer dazu bringen, eine Fahrt zu decken, oder Kapitäne zum Auslaufen zwingen.

Ob Schiffe fahren, hängt an Versicherern und Kapitänen; derzeit meiden die meisten die Meerenge. Windward zählte am 29. September 2026 insgesamt 17 Durchfahrten, vor dem Krieg waren es rund 135 pro Tag (Argus). Am selben Tag warnte UK Maritime Trade Operations, die Sicherheitsstelle der britischen Marine für den Schiffsverkehr, vor nicht identifizierten Geschossen, die Schiffe getroffen hätten. Die Warnung nannte keinen Angreifer (gCaptain). Über die Tankerangriffe haben wir bereits zu Wochenbeginn berichtet (To Brief).

Wer in Europa die Kosten trägt

QatarEnergy hat die Force-Majeure-Erklärung bis Dezember verlängert. Damit beruft sich das Unternehmen auf eine Vertragsklausel, die bei Ereignissen außerhalb seiner Kontrolle von Lieferpflichten entbindet (Corriere). Italiens Edison zeigt, was das für einen einzelnen Abnehmer bedeutet. Der Versorger hat 35 Gaslieferungen im Umfang von rund 4,6 Mrd. Kubikmetern verloren und bislang nur für etwa die Hälfte Ersatz gefunden (Corriere). Bislang geht es um fehlende Lieferungen; daraus folgt noch nicht, dass Gas rationiert werden muss.

Europäische Regierungen können sich zu Wort melden, verfügen aber über keinen der entscheidenden Hebel. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul unterstützte den Aufruf von rund 80 Staaten, die Straße von Hormus vollständig wieder zu öffnen (Handelsblatt). Eine gemeinsame Erklärung erhöht den politischen Druck, kann die Blockade aber nicht auflösen. Europa kann die von Iran geforderte Aufhebung der US-Seeblockade nicht durchsetzen und den benötigten Schiffen keine sichere Passage garantieren.

Ein Vorbehalt bleibt: Irans vollständiger schriftlicher Vorschlag ist nicht veröffentlicht worden; Einzelheiten könnten daher von der Version abweichen, die Araghchi öffentlich beschrieben hat. Nach dem bisherigen Stand hat Washington die öffentlich vorgetragene Abfolge Irans zurückgewiesen, und kein akzeptiertes Abkommen hat den regulären Schiffsverkehr wiederhergestellt. Edison sucht angesichts des nahenden Winters weiter nach Ersatzgas. Solange Washington und Teheran keine Bedingungen vereinbaren, denen Versicherer und Besatzungen vertrauen können, wird Europa weiter für die Folgen einer blockierten Meerenge zahlen, ohne ihre Öffnung selbst durchsetzen zu können.

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10/2/2026, 2:09:31 AM
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