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TECH_SCIENCE05 / 10 · Geschichte des Tages4 Min. · 825 Wörter · 11 Quellen

EU lässt Nezglyal für Jungen zu

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Geschrieben von KIto brief KI · 29. September 2026, 02:50
Wie sie entstand

For boys who seem well, a timely scan can open treatment.

Bildkomposition · tobrief
der Text · 4 Min. Lesezeit

EU lässt Medikament gegen Hirnerkrankung bei Jungen zu

Bei der zerebralen Adrenoleukodystrophie, einer seltenen erblichen Hirnerkrankung, können Jungen im Alltag zunächst unauffällig sein; ein routinemäßiges MRT kann dennoch eine kleine Läsion zeigen. Für diese frühe Krankheitsphase hat die Europäische Kommission am 21. September Nezglyal (Leriglitazon), ein oral einzunehmendes Arzneimittel, zugelassen (EMA).

Warum Ärzte Jungen ohne Symptome regelmäßig im MRT untersuchen

Ursache der Krankheit ist ein defektes Gen namens ABCD1. Es hilft den Zellen normalerweise, sehr langkettige Fettsäuren abzubauen; fehlt diese Funktion, sammeln sich die Fette an (Konsensusempfehlung).

Dass ein Junge das defekte Gen trägt, lässt nicht erkennen, wann sich sein Gehirn entzünden wird. Auch wissen Ärzte bislang nicht, was diese Krankheitsphase auslöst. Setzt die Entzündung ein, greift sie die weiße Substanz an, in der isolierte Nervenfasern verschiedene Hirnregionen verbinden; der Zustand eines Jungen kann sich dann rasch verschlechtern (Krankheitsübersicht).

Deshalb überwachen Ärzte die Jungen engmaschig. Internationale Empfehlungen sehen eine erste MRT-Untersuchung im Alter von zwei Jahren vor, bis zum zwölften Geburtstag alle sechs Monate und danach jährlich (Leitlinien).

Bei diesen Untersuchungen wird häufig ein Kontrastmittel auf Gadoliniumbasis gespritzt. Die Blut-Hirn-Schranke hält es normalerweise vom Hirngewebe fern. Am Rand einer aktiven Läsion kann die Schranke durchlässig werden; dann dringt das Mittel ein und hebt den betroffenen Bereich im MRT hervor.

Eine Läsion ohne Kontrastmittelaufnahme ist im MRT sichtbar, zeigt aber keinen solchen Austritt. Sie entspricht häufig einem früheren Krankheitsstadium, auch wenn der Verlauf von Junge zu Junge unterschiedlich ist. Für diese Gruppe ist Nezglyal vorgesehen.

Die Zulassung gilt für Jungen im Alter von zwei bis zwölf Jahren, die eine solche Läsion und kaum oder gar keine neurologischen Beeinträchtigungen haben (EMA). Die etablierte Behandlung im frühen Krankheitsstadium ist eine Stammzelltransplantation: Sie kann das Fortschreiten aufhalten, bereits entstandene Schäden aber nicht rückgängig machen, birgt erhebliche Risiken und kommt weiterhin für geeignete Patienten infrage (Konsensusempfehlung). Nezglyal erweitert die Behandlungsoptionen um ein oral einzunehmendes Mittel.

Sieben von zwanzig Jungen

Die Zulassung stützt sich auf NEXUS, eine Studie, in der 23 Jungen Leriglitazon erhielten; eine unbehandelte Vergleichsgruppe gab es nicht (Studienregister NEXUS). Von den 20 Jungen, für die genügend Daten vorlagen, erreichten sieben, also 35 Prozent, den in der Studie definierten „Krankheitsstillstand“ (EMA).

Als Stillstand galt, wenn ein Junge während des Untersuchungszeitraums oder bis zum Beginn einer Stammzelltransplantation sowohl klinisch als auch im MRT stabil blieb. Gemeint war eine Pause im Krankheitsverlauf, keine Heilung bereits entstandener Hirnschäden.

Wie ist eine Quote von 35 Prozent einzuordnen? Verlaufsdaten unbehandelter Jungen legen nahe, dass rund zehn Prozent diesen Endpunkt auch ohne Behandlung erreicht hätten (EMA). Der Vergleich mit älteren Daten ist allerdings unsicherer als der mit einer zeitgleich beobachteten Kontrollgruppe, weil sich die teilnehmenden Kinder von den Jungen in den Vergleichsdaten unterscheiden können.

Die Aufteilung der Ergebnisse erklärt die enge Zulassung. Wie Medscape berichtet, erreichten sechs von neun Jungen mit Läsionen ohne Kontrastmittelaufnahme den Krankheitsstillstand; bei bereits aufleuchtenden Läsionen sei es nur einer von elf gewesen. Die Fallzahlen sind klein, doch das Muster spricht für einen größeren Nutzen im früheren Stadium.

Zu den gemeldeten Nebenwirkungen zählen Gewichtszunahme, geschwollene Augenlider und eine verringerte Zahl weißer Blutkörperchen (EMA). Seltene oder erst spät auftretende Risiken lassen sich anhand so weniger Kinder nicht verlässlich beurteilen.

Die Zulassung folgte auf die frühere Ablehnung eines weiter gefassten Antrags; ein neues Dossier mit pädiatrischen Daten überzeugte die Behörden (pharmaphorum). Sie erfolgte „unter außergewöhnlichen Umständen“, einem Verfahren für sehr seltene Erkrankungen, bei denen sich vollständige Daten nur schwer erheben lassen. Vorgeschrieben sind weitere Sicherheitsdaten, ein Register zur Beobachtung der langfristigen Wirksamkeit und jährliche Aktualisierungen (EMA).

Vom spanischen Labor auf den deutschen Markt

Der Wirkstoff geht auf öffentliche Forschung zurück. El País zufolge habe die Arbeitsgruppe von Aurora Pujol am IDIBELL-CIBERER 2010 festgestellt, dass das verwandte Medikament Pioglitazon bei Mäusen Hirnentzündungen verringere. Das Institut habe das Patent an Minoryx lizenziert, ein Unternehmen aus Mataró, das Leriglitazon so weiterentwickelt habe, dass es besser ins Gehirn gelange (El País).

Die EU-Zulassung bedeutet noch nicht, dass Nezglyal tatsächlich verfügbar ist. Minoryx und sein Vertriebspartner teilten mit, die Markteinführung in Deutschland werde noch vor Ende 2026 beginnen; weitere Märkte würden nach Preisverhandlungen folgen (Mitteilung). Jedes Land entscheidet weiterhin selbst, ob das Mittel angeboten und erstattet wird.

Selbst in Spanien, wo das Medikament entwickelt wurde, ist der Zugang offen. El País zufolge sei ein spanisches Kind etwa drei Jahre lang im Rahmen einer Einzelfallregelung behandelt worden, die einen Zugang vor der Zulassung ermöglicht. Eine Entscheidung über die öffentliche Finanzierung in Spanien sei bislang nicht bestätigt worden (El País).

Die Zulassung macht den vorgesehenen MRT-Kontrollplan zum Zugangstor für die Behandlung. Nezglyal kommt nur Jungen zugute, deren Läsionen erkannt werden, solange sie noch kein Kontrastmittel aufnehmen. Wie viel die Zulassung in den einzelnen Ländern bewirkt, hängt deshalb auch davon ab, ob die betroffenen Jungen ihre regelmäßigen MRT-Untersuchungen rechtzeitig erhalten. Nun müssen das Register von Minoryx und die von der EMA vorgeschriebene Nachbeobachtung zeigen, ob die bei wenigen Jungen beobachtete Stabilität anhält.

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9/29/2026, 2:30:11 AM
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